Apfelbauern stellen sich auf China ein

Clubäpfel wie die der Marke „Jazz“ dürfen nur von Clubmitgliedern produziert werden.

Clubäpfel wie die der Marke „Jazz“ dürfen nur von Clubmitgliedern produziert werden.

Berlin. Geschmäcker sind verschieden. Erst recht interkulturell. Statt Brot, Butter und Marmelade gibt es in China zum Beispiel Reissuppe und Maultaschen zum Frühstück. Aber in den Großstädten Chinas vollzieht sich ein Wandel: Genauso wie bei uns legen immer mehr Menschen – vor allem junge Großstädter – Wert auf eine gesunde Ernährung. Die neue Wohlstandsbegierde ist Obst, vor allem Äpfel sind gefragt.

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Zwar ist China längst selbst der größte Erzeuger für Äpfel weltweit. Dennoch wollen europäische Firmen auf dem Markt mitmischen. Und dafür müssen sie sich auf die Apfelvorlieben der Chinesen einstellen. Die Baywa – der größte Agrarhandelskonzern Deutschlands – hat das jetzt angekündigt. Man wolle die Apfelproduktion seiner Vertragsbauern in den kommenden Jahren auf Sorten umstellen, die im fernen Osten gekauft werden. Und das seien hauptsächlich sogenannte Clubäpfel – gezüchtete Designersorten, die Namen wie „Jazz“, oder „Kanzi“ tragen.

Clubsorten dürfen tatsächlich nur von Produzenten hergestellt werden, die einem Club angehören. So soll die Zahl der Produzenten gering und die Preise hochgehalten werden. Die Clubsorten sind geschützte Markenbezeichnungen, alle Äpfel dieser Art kommen unter einem Namen in den Handel. Ein bestimmter Anteil der Einnahmen geht an den Club – den Rechteinhaber.

Alteingesessene Apfelbauern kritisieren sowohl die teuren Marketingausgaben als auch die geringe geschmackliche Varianz. Bei den Neuzüchtungen gibt es ihnen zufolge meist nur sechs Elternteile – eigentlich existieren in Deutschland aber um die 2000 verschiedenen Apfelsorten.

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Von Anne Grüneberg/RND

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