Kommentar

Indexmieten: Die Ampelkoalition muss gegensteuern

Wohnhäuser in der Rheinsberger Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. (Archivbild)

Wohnhäuser in der Rheinsberger Straße in Berlin-Prenzlauer Berg. (Archivbild)

Es ist ein so sensibles wie brisantes Thema: Die Frage nach günstigem Wohnraum spitzt sich immer weiter zu. Sorgen sich viele Mieterinnen und Mieter schon wegen der hohen Energiepreise vor dem Gang zum Briefkasten, wird es für manche sogar noch heftiger. Wer einen Indexmietvertrag hat, der die Miete an die Inflation koppelt, muss nun mit einem doppelten Kostenschock rechnen.

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Nun stimmt einerseits, dass diese Verträge nicht vom Himmel gefallen sind. Sie wurden von beiden Parteien einvernehmlich beschlossen und hatten – zumindest bei niedrigen Inflationsraten – durchaus Vorteile für Mieterinnen und Mieter.

Schließlich waren die Kosten weder an eine feste Staffel- noch an die ortsübliche Vergleichsmiete gebunden und konnten somit günstiger sein. Zudem war kein Geheimnis, dass die Inflation eben auch ansteigen kann.

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Wohnen sollte bezahlbar sein

Zur Wahrheit gehört aber andererseits, dass wir es mit einer Teuerung zu tun haben, die die Inflationsraten der vergangenen Jahrzehnte in den Schatten stellt. Und leider gehört dazu, dass sich Mieterinnen und Mieter zwar theoretisch gegen eine Indexmiete entscheiden können, das dann aber oftmals eine Entscheidung gegen die gewünschte Wohnung ist. Denn wer in einer beliebten Gegend über Monate verzweifelt nach Wohnraum sucht, hat oftmals kaum eine andere Wahl, als das zu unterschreiben, was der Vermieter oder die Vermieterin vorlegt.

Tiny House aus Holz / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/159683 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis. Foto: ppa5/ppa5/stock.adobe.com/obs

Die neue Bescheidenheit der Deutschen beim Wohnen

Jahrzehntelang wurden die Wohnungen der Deutschen größer und größer. Jetzt interessieren sich immer mehr für neue Wohnkonzepte wie Tiny-Häuser oder den Immobilientausch. Gibt es einen „Bewusstseinswandel“ oder liegt’s am Ende nur am Geld?

Damit eine solche Zwickmühle gar nicht erst entsteht, muss die Politik gegensteuern. Zwar ist bei bestehenden Verträgen das Kind schon in den Brunnen gefallen, doch Neuverträge könnten stärker reguliert werden.

So wäre denkbar, auch bei Indexmieten eine strengere Kappungsgrenze einzuführen – oder sie ganz zu verbieten. Wer das partout nicht möchte, sollte dann aber zumindest deutliche Entlastungen an anderer Stelle anbieten. Denn eins ist klar: Wohnen darf nicht zur Kostenfalle werden.

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