Diesel-Untersuchung: Schluss mit Kumpanei

Dieselmotoren verbrauchen mehr Kraftsoff und stoßen weit mehr Stickoxide als bisher angenommen.

Dieselmotoren verbrauchen mehr Kraftsoff und stoßen weit mehr Stickoxide als bisher angenommen.

Berlin. Schluss mit Kumpanei, Wegschauen und Verdrängen: Viel zu lange hat die Bundesregierung schützend ihre Hand über die deutschen Autobauer gehalten. Sie hat das Hohelied vom sauberen Treibstoff gesungen, Messwerte ignoriert und das Märchen vom "Sparschwein" Diesel erzählt. Jetzt belegen systematische Messungen deutscher Behörden, was Verbraucher lange ahnten: Dieselmotoren verbrauchen mehr Kraftstoff und stoßen weit mehr gesundheitsgefährdende Stickoxide aus, als Hersteller und Bundesregierung der Welt lange weiß machen wollten.

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CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt erweist der Branche einen Bärendienst, wenn er tatsächlich, wie interne Papiere nahe legen, einheitliche Kontrollverfahren auf EU-Ebene blockiert. Wenn er Innovationen zum Thema Klimaschutz auf die lange Bank schiebt, nach denen der Weltmarkt eigentlich verlangt und für die gerade deutsche Autobauer lange Zeit berühmt waren. Nun droht die Gefahr, dass ausgerechnet Deutschland ins Hintertreffen gerät – unter dem wohl meinenden Schutzschirm falsch verstandener Loyalität.

Was muss noch passieren?

Was muss noch passieren, damit Dobrindt endlich die logischen Konsequenzen zieht? Der Dieselskandal fördert Beleg zutage, denen sich die Bundesregierung nicht mehr entziehen darf. Nur unabhängige Testergebnisse, die auf der Straße und nicht im Labor ermittelt werden, bieten einen Ausweg aus dem Dilemma. Nur wenn garantiert ist, dass Zulassungsverfahren in allen EU-Mitgliedsstaaten einheitlichen Maßstäben unterliegen, kann Vertrauen zurückgewonnen werden. Sonst folgt auf den Betrug der Selbstbetrug. Und das langsame Sterben eines Wirtschaftszweiges, auf den Deutschland dringend angewiesen ist.

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Von RND/Jörg Köpke

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