E-Biker Felix Neureuther: „Es muss mehr Subventionen für Verkehrs­wende und Klimaschutz geben“

Bei dem ehemaligen Ski-Star Felix Neureuther spielt das E-Bike eine große Rolle.

Bei dem ehemaligen Ski-Star Felix Neureuther spielt das E-Bike eine große Rolle.

Felix Neureuther (37) war bis zu seinem Karriereende 2019 einer der besten deutschen Ski-Rennläufer aller Zeiten. Bei Weltmeister­schaften gewann der Sohn der deutschen Ski-Legenden Rosi Mittermaier-Neureuther und Christian Neureuther fünf Medaillen, darunter 2015 WM-Gold mit der Mannschaft. Der Slalom­spezialist holte zudem 13 Siege in Weltcup-Rennen (deutscher Rekord). Neureuther ist verheiratet mit der ehemaligen Weltklasse-Biathletin Miriam Neureuther (geborene Gössner). Sie haben zwei Kinder: Tochter Matilda (3) und Sohn Leo (1). Neureuther arbeitet als TV-Experte für Wintersport für die ARD.

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Herr Neureuther, seit wann sind Sie Fahrradfahrer?

Gefühlt eigentlich immer schon. Ich saß mit zwei oder drei Jahren das erste Mal auf dem Rad.

Und seit wann sind Sie E-Biker?

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Zum E-Bike bin ich genau genommen durch meine beim Skifahren erlittenen Verletzungen gekommen, die ich ja leider immer mal wieder hatte. Dadurch hatte ich lange Pausen, aber es war wichtig, in dieser Zeit dennoch an der Grundlagen­aus­dauer zu arbeiten. Ich hatte zum Glück einen super Physio­therapeuten. Der gab mir dann den Tipp: „Felix, du brauchst ein E-Bike.“

Ihre Reaktion: eher Freude oder Skepsis?

Die anfängliche Skepsis war ganz schnell verflogen. E-Biken ist so cool. Es ist großartig, die Belastung dosieren zu können. Man ist an der frischen Luft und bewegt sich. Herrlich.

Haben Sie auch noch ein normales Fahrrad, ohne E-Unterstützung?

Ja, zwei. Ein normales Mountainbike und ein altes Stadtrad. So eines von der Art, dass es fast egal ist, wenn es mal geklaut wird.

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Wie umfänglich nutzen Sie das E-Bike?

Es gehört zu unserem Alltag, ist fester und zentraler Bestandteil unserer Familien­mobilität. Ich nutze es zur Fahrt zum Bäcker, für Ausflüge. Unsere Kinder sitzen im Anhänger. Und ich nutze es sportlich.

Sport und E-Bike, das halten viele E-Bike-Skeptiker für einen Widerspruch.

Und das ist falsch. Es ist nämlich ein Trugschluss zu glauben, dass E-Bikes grundsätzlich die unsportliche Alternative zum normalen Rad sind. Ich wohne ja im bergigen Bayern. Hier ist zum Beispiel Bike and hike sehr beliebt. Das heißt: Man fährt mit dem Rad die Berge hoch und läuft dann den Rest zum Gipfel. Das kann auch mit dem E-Bike sehr anstrengend sein. Aber man ist schneller und benötigt für einen tollen Ausflug nur drei Stunden statt sechs Stunden.

Sind Ihre Eltern, die Ski-Ikonen Rosi Mittermaier-Neureuther und Christian Neureuther, auch auf dem E-Bike aktiv?

Absolut, damit genießen sie die Natur noch mehr, es steigert ihre Lebensfreude.

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Auch das Fahren mit dem E-Bike ist trotz Unterstützung anstrengend. Dies weiß auch Felix Neureuther.

Auch das Fahren mit dem E-Bike ist trotz Unterstützung anstrengend. Dies weiß auch Felix Neureuther.

Vom Spaß auf dem E-Bike hin zum großen Ganzen. In den Diskussionen um die erhoffte Verkehrswende hin zu nachhaltigerer und damit klima­schonenderer Mobilität geht es viel um die angebliche Notwendigkeit zum Verzicht und um zu hohe Kosten. Empfinden Sie das auch so?

Wir leben in einem komplett autarken Haus, haben eine Eisheizung und produzieren unser Wasser selbst. Die Photovoltaik­anlage auf dem Dach generiert den Strom, der zum Beispiel auch unser E-Auto und unsere E-Bikes speist. Das ist für uns kein Verzicht, das erleben wir im Gegenteil als echten Vorteil. Aber natürlich sind generell die Preise noch zu hoch. Zum Beispiel ist das Laden von E-Autos an den Ladesäulen an den Autobahnen zu teuer.

Nach der Bundestagswahl am 26. September bildet sich in diesen Wochen eine neue Regierung. Was muss Ihrer Meinung nach passieren, um die Mobilitäts­wende politisch zu fördern und zu unterstützen?

Meiner Meinung nach muss es mehr Subventionen in zentrale Elemente für die Verkehrs­wende und den Klimaschutz geben. Ich denke, unser Land ist wirtschaftlich stark und stabil genug, derlei umsetzen zu können. Für die Verbraucher muss die Anschaffung von zum Beispiel einer Photo­voltaika­nlage, eines E-Autos oder eines E-Bikes eine sinnvolle und rentable Investition sein. Und es muss leistbar sein. Man darf nicht dadurch in eine finanzielle Schieflage kommen, wenn man statt das Falsche das Richtige tun will. Und man muss Anreize schaffen.

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Zum Beispiel?

Es gibt Hotels, bei denen bekommen die Gäste Rabatte, die klima­neutral anreisen, zum Beispiel mit Fahrrad, E-Bike oder E-Auto. So etwas ist super und geht genau in die richtige Richtung.

Ihr guter Freund Bastian Schwein­steiger ist auch unter die E-Biker gegangen. Haben Sie schon mal eine gemeinsame Ausfahrt gemacht?

Nein, leider noch nicht. Basti ist ja wie ich auch sehr viel unterwegs. Aber das bekommen wir bestimmt noch hin. Schön mit unseren Familien die Berge hoch, das wäre super.

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