Elektro-Lkw

Start in neue Ära: MAN steigt groß in die Batteriefertigung ein

MAN: Der Prototyp des Elektro-Lkw wurde in Nürnberg vorgestellt.

Neue Elektro-Lkw von MAN brauchen Batterien, die demnächst im Werk Nürnberg gebaut werden.

Nürnberg. Für den 180 Jahre alten MAN-Standort Nürnberg ist es der Start in eine neue Ära. „Wir beginnen nun mit der Industrialisierung der Elektromobilität“, erklärte MAN-Chef Alexander Vlaskamp im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Bekanntgabe einer für das Traditionswerk wichtigen Entscheidung.

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Für rund 100 Millionen Euro will der zur Traton-Nutzfahrzeuggruppe von VW zählende MAN-Konzern dort in den nächsten Jahren sukzessive Batterieproduktion im großen Stil aufbauen. Einer Kleinserie in manueller Fertigung soll bis 2025 eine Großserienfertigung für 100.000 Batterien jährlich folgen. „Damit können wir 2030 etwa ein Drittel unserer Lkw elektrifizieren“, sagt der MAN-Chef zu seinen Erwartungen an die Verbreitung von E-Lastwagen.

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Auf lange Sicht könnten in Nürnberg auch einmal Batteriezellen gebaut werden. Die bezieht MAN vorerst aus der neuen Erfurter Fabrik des chinesischen Herstellers Catl, die demnächst ihren Betrieb aufnimmt. „Von Erfurt kommen die Zellen nach Nürnberg und von dort die Batterien nach München“, beschreibt Vlaskamp die künftigen Lieferströme. Im Münchner Stammwerk montiert MAN dann ab Anfang 2024 die neuen E-Lkw. Etwa zeitgleich startet auch Weltmarktführer Daimler Truck mit Elektro-Lkw in Serie.

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Zuletzt war viel Sparen angesagt

Markus Wansch als Nürnberger MAN-Betriebsratschef sieht in der Ansiedelung der Batterieserienfertigung eine gute Nachricht. „Die Zukunft des Standorts Nürnberg wird auch auf der Säule Elektromobilität ruhen“, betont er. Aufatmen dürfte das Personal schon, weil es zuletzt einem harten Sparkurs ausgesetzt war, der MAN-weit 3.500 Stellen gekostet hat.

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Der Nürnberger Standort soll für die gesamte Traton-Gruppe, zu der auch die schwedische Schwestermarke Scania zählt, zudem Entwicklungsaufgaben im Bereich Elektromobilität übernehmen. Nicht seine Hand dafür ins Feuer legen, dass auch im Elektrozeitalter langfristig noch alle heute rund 3.600 Jobs im Nürnberger MAN-Werk benötigt werden, wollte indessen Vlaskamp. Die Beschäftigung dort werde sich wohl entlang der natürlichen Fluktuation entwickeln. Nicht jeder, der altersbedingt ausscheidet, wird wieder ersetzt, heißt das.

1.000 Kilometer elektrische Reichweite ab 2026

Aber neue Abbaurunden sind mit dem Start ins Elektrozeitalter nicht in Sicht. Jeder elektrifizierte MAN-Schwerlastwagen benötigt bis zu sechs der in Nürnberg gebauten Batteriepacks, die vollgeladen anfangs eine elektrische Reichweite von 600 bis 800 Kilometern ermöglichen sollen. Mit einer neuen Batteriegeneration ab 2026 seien dann bis zu 1.000 Kilometer Reichweite machbar, betont Vlaskamp.

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Ab 2026 voll wettbewerbsfähig

Ab diesem Zeitpunkt seien die Gesamtbetriebskosten aus Anschaffungspreis, Treibstoff und Service eines E-Lkw dann auch auf dem Niveau eine Diesellastwagens und damit komplett wettbewerbsfähig. Vollelektrische Stadtbusse und Lieferwagen verkauft MAN bereits seit einiger Zeit. In Wasserstoff-Lkw mit Brennstoffzelle sehen MAN, Traton und VW im Gegensatz zu Daimler Truck dagegen bestenfalls eine Nische. Die Stuttgarter planen für 2027 mit dem Serienstart von Brennstoffzellen-Lkw und mit dem Konkurrenten Volvo dazu eine gemeinsame Brennstoffzellenfabrik.

MAN hat für diese Technologie keine Serienpläne. „Der letzte Diesel-Lkw für europäische Märkte wird vermutlich irgendwann zwischen 2040 und 2045 vom Band rollen“, schätzt Vlaskamp darüber hinaus. Außereuropäisch würden Diesellaster wohl noch länger nachgefragt.

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