Flüssiggas für Deutschland

Katar liefert ab 2026 zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr: Was bedeutet diese Menge eigentlich?

Das LNG-Schiff Neptune fährt in den Hafen Mukran auf der Insel Rügen. (Symbolbild)

Das LNG-Schiff Neptune fährt in den Hafen Mukran auf der Insel Rügen. (Symbolbild)

Brunsbüttel. Der US-Mineralölkonzern Conoco Phillips will ab 2026 jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Katar nach Brunsbüttel bringen. Das hat Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabie am Dienstag in Doha mitgeteilt. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen mit der Bundesregierung.

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Nun steht der Deal. Die Lieferung soll 2026 beginnen und mindestens 15 Jahre laufen. Doch es gibt eine Reihe von Fragen. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gibt einen Überblick.

LNG aus Katar: Wirtschaftsminister Habeck verkündet Einigung über Gasabkommen

Bundeswirtschaftsminister Habeck hält den auf 15 Jahre angelegten LNG-Liefervertrag für einen guten Zeitrahmen.

Gas-Deal mit Katar: Was bedeutet die Mengenangabe?

In Deutschland wird für Erdgasmengen häufig der Energiegehalt in Kilowattstunden genannt. Die Energiebranche rechnet eine Tonne LNG in 14.573 Kilowattstunden um. Zum Vergleich: Ein Zwei-Personen-Haushalt mit Gasheizung verbraucht ungefähr 12.000 Kilowattstunden im Jahr. Bei zwei Millionen Tonnen kommt man auf 29.146.000.000 (oder 29,146 Milliarden) Kilowattstunden, also rund 30 Terawattstunden (TWh).

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Wie viel vom deutschen Jahresverbrauch entspricht die Liefermenge aus Katar?

2021 wurden in Deutschland insgesamt rund 1016 TWh Erdgas verbraucht. Die jetzt vereinbarte Menge entspräche also rund drei Prozent des deutschen Jahresverbrauchs. Und noch eine Einordnung: Die Gaswirtschaft weist darauf hin, dass aus Russland im Jahr bislang knapp 500 Terawattstunden Erdgas kamen. Seit Ende August liefert Russland kein Erdgas mehr nach Deutschland.

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Werden die Gasspeicher nun voll mit katarischem Gas?

Das in Brunsbüttel an Land geplante LNG-Terminal soll 2026 fertig werden. Bis zu acht Milliarden Kubikmeter Erdgas sollen dort ins deutsche Erdgasnetz eingespeist werden können.

Auch hier kann man umrechnen: Wird eine Tonne verflüssigtes Erdgas erwärmt und wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzt, nimmt es unter bestimmten Bedingungen einen Raum von 1380 Kubikmetern ein. Bei zwei Millionen Tonnen macht das 2,76 Milliarden Kubikmeter. Dies entspricht also knapp 35 Prozent der geplanten Terminal-Kapazität.

Das LNG wird mit Spezialschiffen nach Brunsbüttel gebracht. Laut Terminal-Betreibergesellschaft haben die größten Schiffe dieser Art derzeit eine Kapazität von 267.000 Kubikmetern LNG. Ein Kubikmeter LNG wiegt etwa 0,42 Tonnen, macht pro Schiff also 112.140 Tonnen. Die geplanten bis zu zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr ließen sich also rein rechnerisch in etwa 18 sehr großen LNG-Tankern nach Deutschland bringen.

RND/dpa/sic

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