Tarifverhandlungen ab 14. September

IG Metall fordert höheren Beitrag von Arbeitgebern zur Krisenbewältigung

Die IG Metall fordert einen höheren Beitrag von Arbeitgebern zur Bewältigung momentaner Krisen. (Symbolbild)

Die IG Metall fordert einen höheren Beitrag von Arbeitgebern zur Bewältigung momentaner Krisen. (Symbolbild)

Frankfurt/Main. Die IG Metall will bei den anstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie eine spürbare Erhöhung in der Lohntabelle erreichen. Die Arbeitgeber dürften sich nicht wegducken und müssten ihren Beitrag zur Krisenbewältigung leisten, erklärte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, am Dienstag in Frankfurt. Anders als die Unternehmen könnten die Beschäftigten ihre steigenden Kosten nicht einfach weitergeben.

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Die Forderungen: Mehr Geld, Energiekosten deckeln, Übergewinne abschöpfen

Die IG Metall fordert für die knapp vier Millionen Beschäftigten der wichtigsten deutschen Industriebranche bundesweit einheitlich 8,0 Prozent mehr Geld. Angesichts der Energiepreis-Krise und der hohen Inflation verlangt sie zudem von der Politik, die Energiekosten zu deckeln und Übergewinne von Unternehmen abschöpfen, die vom Ukraine-Krieg profitieren. Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen und Rentner müssten entlastet, insolvenzbedrohte Unternehmen gestützt werden.

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Aufschwung bleibt aus

Hessenmetall-Verhandlungsführer Oliver Barta bezeichnete die Forderung als „abseits jeglicher Realität“. Der nach der langen Corona-Krise erhoffte Aufschwung falle aus. Stattdessen stehe man vor einer Rezession. „Der Ukraine-Krieg hat die durch die Corona-Krise aufgeworfenen Probleme wie Rohstoffmangel und gestörte Lieferketten noch verstärkt, gleichzeitig noch eine Energiekrise mit absurd anmutenden Energiepreissteigerungen gebracht“, erklärte der Arbeitgeber-Vertreter. Die Unternehmen benötigten jeden Euro für Investitionen. Es komme nun darauf an, die Herausforderungen gemeinsam zu lösen.

ARCHIV - 08.11.2018, Berlin: ILLUSTRATION - Eine Hand fasst an ein modernes Thermostat mit digitaler Anzeige an einer Heizung, wobei 19. Grad Celsius auf einem kleinen Display angezeigt werden. In der Debatte um mögliche Gasengpässe in Deutschland hat sich Bundesbauministerin Geywitz (SPD) gegen niedrigere Mindesttemperaturen für Wohnungen ausgesprochen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

IG Metall gegen niedrigere Mindesttemperaturen in Arbeitsräumen

Um im kommenden Winter Energie zu sparen, hat das Bundeskabinett beschlossen, dass Arbeitsräume in Betrieben künftig mindestens 19 Grad warm sein müssen. Die vorherige empfohlene Mindesttemperatur lag bei 20 Grad. Laut IG Metall könnte die neue Regelung Konsequenzen haben.

IG Metall: Arbeitgeber-Vorschläge „mit allen Mitteln verhindern“

Nach vier Jahren benötigten die Beschäftigten dringend eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte, sagte hingegen Metaller Köhlinger laut einer Mitteilung. „Eine Nullrunde, eine wöchentliche Arbeitszeitverlängerung oder eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, wie von einigen Arbeitgebern vorgeschlagen, wird die IG Metall mit allen Mitteln verhindern.“

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Man sei für eine kompakte Tarifrunde mit einem verantwortungsvollen Abschluss bereit, sagte der Verhandlungsführer für die Tarifgebiete Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Thüringen mit zusammen rund 400.000 Beschäftigten. Wenn die Arbeitgeber aber die Krise nutzen wollten, um langgehegte Pläne durchzusetzen, eskaliere die Auseinandersetzung. Die regionalen Verhandlungen beginnen jeweils am 14. September für Mitte in Oberursel und für Thüringen nachmittags in Eisenach.

RND/dpa

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