Internetportal der Supermärkte

Wie Griechenland mit einem Onlinepreisvergleich die Inflation bekämpft

In Griechenland können die Menschen nun die Preise in den Supermärkten online vergleichen.

In Griechenland können die Menschen nun die Preise in den Supermärkten online vergleichen.

Athen. So leicht war es für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Griechenland noch nie, die Preise in den verschiedenen Supermärkten zu vergleichen: Ein Klick und man sieht am Computer oder auf dem Smartphone, was Milch und Mehl, Fisch und Fleisch bei den einzelnen Ketten kosten.

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Eingerichtet hat das Portal Mitte dieser Woche das griechische Wirtschaftsministerium. Es ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Regierung versucht, die Inflation zu dämpfen. Kern der Kampagne ist der sogenannte Haushaltskorb: Er umfasst mindestens 51 Produkte des täglichen Bedarfs, die in den Supermärkten besonders preiswert angeboten werden sollen. Der vom Wirtschaftsministerium Anfang November zusammengestellte Warenkorb enthält Nahrungsmittel wie Reis und Spaghetti, Zucker, Kaffee, Margarine, Olivenöl und Fleisch, aber auch Babywindeln, Waschmittel und Tiernahrung.

13 Supermarktketten haben sich der Initiative des Wirtschaftsministeriums angeschlossen und veröffentlichen nun wöchentlich aktuelle Niedrigpreise für ihren Haushaltskorb. Er muss mindestens die 51 vom Ministerium genannten Produktkategorien enthalten. Die meisten Ketten bieten aber in ihrem Korb weitaus mehr vergünstige Artikel an, darunter vor allem Eigenmarken. In den Regalen werden diese Waren besonders gekennzeichnet.

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Preisunterschiede sind direkt sichtbar

Nützlich ist aber vor allem der Preisvergleich auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums. Hier kann man gezielt Markenprodukte aufrufen. Die Preisunterschiede sind beträchtlich: 250 Gramm Butter der Marke Lurpak kosten beim billigsten Anbieter 2,50 Euro, beim teuersten 3,25 Euro. Bei Spaghetti der in Griechenland beliebten Marke Misko reicht die Preisspanne von 84 Cent bis 1,25 Euro. Für eine Flasche Coca Cola zahlt man beim billigsten Händler 47 Cent, beim teuersten 65 Cent.

dpatopbilder - 04.11.2022, China, Peking: Xi Jinping (r), Präsident von China, empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Osthalle der Großen Halle des Volkes. Scholz reist zu seinem ersten Besuch als Kanzler nach China. Im Mittelpunkt der Visite stehen unter anderem die deutsch-chinesischen Beziehungen, die Wirtschaftskooperation, der Ukraine-Konflikt und die Taiwanfrage. Foto: Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Von Angesicht zu Angesicht

Der Bundeskanzler trägt in China eine ganze Liste von Kritikpunkten vor. Kein leichter Gang für einen Antrittsbesuch. Staatspräsident Xi lässt Scholz aber überraschend eine wichtige Botschaft verkünden.

Die Internetseite zeigt auch den Preisverlauf der einzelnen Artikel in der vergangenen Woche. Auf einer interaktiven Karte können die Verbraucher und Verbraucherinnen überdies sehen, welcher Supermarkt in ihrer Nähe ist.

Haushaltskorb soll Familien helfen, die es „nicht durch den Monat schaffen“

Von dem Portal namens e-katanalotis (e-Verbraucher) verspricht sich Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis mehr Preistransparenz und Wettbewerb. Der Haushaltskorb soll „jenen Familien helfen, die es mit ihrem Einkommen nicht durch den Monat schaffen“. Die Inflationsrate in Griechenland liegt aktuell bei 12 Prozent. Lebensmittel waren im September sogar 13,5 Prozent teurer als vor einem Jahr. Nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Forschungsinstituts INE hat sich die Kaufkraft des Mindestlohns von 713 Euro in den vergangenen sechs Monaten um 19 Prozent verringert.

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Aber die Kampagne ist nicht unumstritten. Kritiker und Kritikerinnen bemängeln, dass nicht ersichtlich ist, ob und wie sehr die als günstig angebotenen Artikel tatsächlich verbilligt wurden. Auch gibt es den Verdacht, die Supermärkte könnten zum „Ausgleich“ für den Haushaltskorb andere Artikel verteuern. Eine weitere Sorge ist, dass die kleineren Lebensmittelläden, von denen es in Griechenland noch viele gibt, Kunden und Kundinnen verlieren und letztlich zum Aufgeben gezwungen werden. Sie können ohnehin bei der Preisgestaltung nicht mit den großen Supermarktketten und den Discountern mithalten.

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