Kiew bis zum Herbst ohne Warmwasser

Gasstration in Kiew.

Gasstration in Kiew.

Kiew. Es erinnert an die heiße Phase der Auseinandersetzungen mit Russland im Jahr 2014: Hunderttausende Einwohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew müssen bis Oktober ohne zentrale Warmwasserversorgung auskommen. Der Aufsichtsratsvorsitzende des teilprivatisierten Energieunternehmens Kiewenergo, Iwan Platschkow, bestätigte der BBC am Dienstag entsprechende Erwartungen. Etwa ein Fünftel der Einwohner der Drei-Millionen-Metropole ist davon betroffen.

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Ende Mai hatte der staatliche Energieversorger Naftogaz die Lieferung von Erdgas an ein Wärmekraftwerk eingestellt, weil es hoch verschuldet ist. Umgerechnet stehen 145 Millionen Euro aus. Knapp die Hälfte der angehäuften Schulden von Kiewenergo sind auf nichtgezahlte staatliche Subventionen und Kostenerstattungen zurückzuführen.

Der Kiewer Energieversorger ist nicht allein mit seinen Zahlungsschwierigkeiten. Landesweit bezifferte Naftogaz Ende Mai die ausstehenden Beträge von Energieversorgern auf mehr als eine Milliarde Euro. Nach massiven Energiepreiserhöhungen sehen sich viele Ukrainer außer Stande, die Rechnungen zu bezahlen.

Kleinstädte leiden schon seit Jahren unter Warmwassermangel

Im April hatte bereits die unweit der Frontlinie zu den prorussischen Separatisten gelegene Großstadt Mariupol die zentrale Versorgung mit Warmwasser bis Oktober unterbrochen. In vielen Kleinstädten und Teilen der Großstadt Dnipro wurde die zentrale Warmwasserversorgung schon vor Jahren komplett eingestellt.

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2014 hatte Gazprom im Zuge der Ukraine-Krise die Lieferungen an Kiew gestoppt. Damals war die Stadt ebenfalls monatelang ohne Gas geblieben. Mittlerweile bezieht die Ukraine ihre Gaslieferungen vor allem aus Europa.

Von dpa/RND

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