Nissan fordert von Ex-Boss Carlos Ghosn Schadenersatz in Millionenhöhe

Carlos Ghosn, ehemaliger Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubish, bei einer Pressekonferenz Anfang Januar 2020.

Carlos Ghosn, ehemaliger Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubish, bei einer Pressekonferenz Anfang Januar 2020.

Yokohama. Der japanische Renault-Partner Nissan hat seinen in den Libanon geflohenen früheren Chef Carlos Ghosn auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab, wurde beim Bezirksgericht in Yokohama eine Zivilklage über 10 Milliarden Yen (83 Millionen Euro) eingereicht.

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Damit solle ein Teil der finanziellen Schäden ausgeglichen werden, die Ghosn Nissan durch sein jahrelanges "betrügerisches" und "korruptes" Verhalten zugefügt habe. Dazu gehörten der Privatgebrauch von Firmen-Jets, Gelder an Ghosns Schwester, Zahlungen an seinen privaten Anwalt im Libanon und der Gebrauch von Immobilien im Ausland ohne Zahlung von Miete. Hinzu kämen Kosten für die internen Ermittlungen gegen ihn, hieß es.

Private Verluste auf Nissan übertragen

Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi hatte in Japan wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen unter Anklage gestanden, war aber gegen eine Kaution auf freiem Fuß. Er soll laut Staatsanwaltschaft auch private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben.

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Im vergangenen Dezember gelang Ghosn die Flucht. Der Japaner soll in einer Kiste versteckt aus Japan in den Libanon geflohen sein. Zu der Flucht mit einem Privatjet hätten ihm zwei hierzu eingereiste Amerikaner geholfen, berichteten japanische Medien unter Berufung auf Ermittler. Japan nannte die Ausreise illegal.

RND/dpa

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