Ohne Großbaustellen kein Klimaschutz

Ein Baustellenschild steht vor dem Montageplatz für neue Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Wer das Klima schützen will, muss mehr und schneller bauen.

Ein Baustellenschild steht vor dem Montageplatz für neue Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Wer das Klima schützen will, muss mehr und schneller bauen.

Klimarettung und Großbaustellen bringen die wenigsten Menschen spontan zusammen. Und doch ist das eine nicht ohne das andere zu haben. Klimaschutz besteht im Kern aus weitgehender Elektrifizierung. All die Prozesse, für die wir heute Kohle, Öl und Gas verbrennen, müssen künftig mit grünem Strom ablaufen. Ohne massiven Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, ohne neue Leitungen und ohne elektrische Bahnverbindungen wird das nicht funktionieren.

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Streit ist vorprogrammiert, Konflikte um die Nutzung knapper Flächen werden härter. Das wiederum bremst den dringend nötigen Infrastrukturausbau. Schon jetzt führen Proteste gegen Windparks oder den Bau neuer Strom- und Bahntrassen zu erheblichen Verzögerungen.

Holger Krawinkel ist Energieexperte, Stadt- und Regionalplaner.

Holger Krawinkel ist Energieexperte, Stadt- und Regionalplaner.

Dass sich die Ampel dieser Probleme annimmt, ist ein erster Schritt. Doch unser Planungssystem muss grundlegender reformiert werden. Es ist in weiten Teilen zu einer Verhinderungsplanung mutiert, weil es sämtliche Bedenken gegen eine Änderung der Flächennutzung übereinanderstapelt, bis fast nichts mehr geht. Als Abbild der Politik hat es in den letzten Dekaden mehr moderiert als gestaltet.

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Jetzt geht es um Erreichung der Klimaziele. Bahnlinien, Stromtrassen und Flächen für Wind- und Solaranlagen müssen gesetzlich festgelegt werden. Besser als die von der Regierung geplante Einführung einer kommunalen Wärmeplanung wäre es, Städte und Gemeinden würden auch gleich verbindlich festlegen, wie sie den künftigen Bedarf an Ökostrom decken wollen. Planung muss konstruktiv werden, lediglich Bedenken zu äußern darf nicht mehr ausreichen. Die „Nullvariante“ ist ausgeschlossen.

Bei der Lösung der Konflikte helfen könnte eine erneuerte Regionalplanung. Sie könnte die Abstimmung zwischen den Kommunen vereinfachen und so dazu beitragen, dass ausreichend Flächen für Trassen, Wind- und Solarparks reserviert werden. Das in den 1960er-Jahren entwickelte System der Raumordnung, Landes- und Regionalplanung zu reanimieren, bedeutet, Klimaschutz zu ermöglichen.

Holger Krawinkel ist Energieexperte, Stadt- und Regionalplaner. Er schreibt an dieser Stelle im wöchentlichen Wechsel mit Claudia Kemfert, Kerstin Andreae und Frank-Thomas Wenzel über den grünen Umbau der Wirtschaft.

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