Fleischindustrie

Danish Crown schließt Zerlegebetrieb in Boizenburg: Wie es für die 200 Mitarbeiter weitergeht

 Verschiedene Sorten Schweinefleisch und Rindfleisch liegen in einer Fleischtheke in einem Supermarkt.

Verschiedene Sorten Schweinefleisch und Rindfleisch liegen in einer Fleischtheke in einem Supermarkt.

Boizenburg. Der Fleischkonzern Danish Crown schließt seinen Zerlegebetrieb im mecklenburgischen Boizenburg. Ein Großteil der Produktion werde in den kommenden sechs Monaten zum Danish-Crown-Schlachtbetrieb in Essen im Westen Niedersachsens verlagert, teilte das Unternehmen auf seiner Homepage mit.

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Als Gründe wurden rückläufige Schlachtzahlen und ein sinkender Schweinefleischkonsum in Deutschland genannt. Den rund 200 Mitarbeitern in Boizenburg solle, soweit möglich, eine Beschäftigung in einer anderen Produktionsstätte des Konzerns angeboten werden.

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Der Schlachtbetrieb in Essen soll demnach weiter eine wichtige Rolle bei der Rohwarenversorgung der konzerneigenen Verarbeitungsbetriebe spielen. Jedoch solle der Schwerpunkt von der großangelegten Produktion vermehrt auf eine agile Herstellung verlagert werden. „Wir werden unsere Produktion so anpassen, dass wir von Woche zu Woche genau die Waren produzieren, die unsere Kunden in Deutschland und im übrigen Europa nachfragen“, sagte Danish-Crown-Chef Jais Valeur.

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Branche warnt vor Versorgungslücken bei Schweinefleisch

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus bedauerte die Schließungspläne. Nach seinen Worten gingen die Schweinebestände in Deutschland und auch in MV allein im vergangenen Jahr um zehn Prozent zurück. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz sowie viele ungeklärte Fragen zur Förderung von Stallumbauten ließen viele Bauern an der Zukunft der Schweinehaltung zweifeln und aufgeben.

Die deutsche Fleischbranche hatte kürzlich vor Versorgungslücken bei Schweinefleisch gewarnt und der Bundesregierung vorgeworfen, sie nicht zu unterstützen. Backhaus zufolge wurde in Boizenburg fast ausschließlich dänisches Fleisch zerlegt, das wieder nach Dänemark zurückgeschickt und dann vor allem in Asien vermarktet wurde. Die Auswirkungen für die Tierhalter in MV seien daher nicht gravierend.

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