LNG für Deutschland

Gas-Deal mit Katar: „Na, da hat der Habeck’sche ‚Bückling‘ ja doch noch genützt“

Arbeiter bauen in Brunsbüttel Pipelines für den geplanten LNG-Flüssiggas-Schwimmterminal zusammen.

Arbeiter bauen in Brunsbüttel Pipelines für den geplanten LNG-Flüssiggas-Schwimmterminal zusammen.

Berlin. Auf der einen Seite der Einsatz für Minderheitenrechte und auf der anderen Realpolitik: „One Love“ oder Energiesicherheit – beides zusammen ist merklich schwer zu haben. Auch bei einer wertegeleiteten Außen- und Wirtschaftspolitik, wie sie Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide Grüne) zunächst angekündigt hatten.

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Seit dieser Woche steht fest: Katar will von 2026 an in größerem Umfang Flüssigerdgas nach Deutschland liefern. Die geplante Menge könnte etwa drei Prozent des Jahresbedarfs decken. Der Energieriese Qatar Energy unterzeichnete dazu Abkommen mit dem US-Unternehmen ConocoPhillips, das das Gas nach Brunsbüttel liefern soll. Die Debatte ist mit der Bekanntgabe allerdings nicht abgeebbt, wie ein Blick auf die Kommentare der Leserinnen und Leser deutlich macht.

Martin Böckler notiert: "Der Brüller. Katar wird uns ab 2026 Gas liefern, in einer Menge, die drei Prozent unseres Bedarfs deckt. Und das noch über einen Zwischenhändler, der auch noch die Hand aufhält. Und das Ganze wird uns noch als Erfolg verkauft."

Ute Will moniert: "Na super. Menschenrechte mit Füßen treten und für die WM viele tote Arbeiter in Kauf nehmen. Ob das zum Schluss besser ist?"

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Karin Jennerjahn hält fest: "Na, da hat der Habeck'sche 'Bückling' ja doch noch genützt. Irgendwie eine Doppelmoral unserer moralischen Politiker, von einem fragwürdigen Land ins nächste."

Monika Saul ist dieser Meinung: "Putin = Pest, Katar = Cholera. Man muss sich schon fragen, warum Massentierhaltung und sonst jeder Mist (wortwörtlich) subventioniert wurde, nur die erneuerbaren Energien nicht."

„Wir sind auf fossile Energieträger angewiesen“

Stefan Baumann aber verweist auf den Bedarf: "Uns allen muss klar sein, solange die Bedingungen für eine grundlastfähige Versorgung durch regenerative Energien nicht gegeben sind, solange der Netzausbau nicht vorankommt und solange wir keine ausreichenden Speichermöglichkeiten für überschüssig produzierte Energie haben, sind wir als Industriestaat auf die Nutzung fossiler Energieträger angewiesen."

Thomas Moser schaut noch mal auf die Diskussionen rund um die WM: "Die Moral, die man beim Fußball anlegen kann, ist doch nicht die gleiche, die man beim Gas haben muss. Wenn man nur eine Moral haben dürfte, müsste Fußball abgeschafft werden. Wir leisten uns Doppelmoral, andere haben nicht mal eine."

Daraufhin als Ergänzung Christoph Swiderski: "Ich bin so froh, dass es in Deutschland keine Doppelmoral gibt – und man so viel für die Umwelt macht."

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Anna Blumenberg verstehe das ganze Gemeckere nicht, etwa mit Blick auf die Liefermenge: "Wenn nun Katar der einzige Lieferant wäre, ja dann. Ist er beziehungsweise wird es aber nicht. Und es ist gut, mehrere Lieferanten zu haben statt eines Monopolisten, wie Russland es über die Jahre war. Man sieht ja: Wenn da mal eine Einzelperson austickt, weil er von einem neuen Zarenreich träumt."

Brigitte Heck fasst die ganze Diskussion rund um Katar letztlich so zusammen: "Als es so ausschaute, dass Habeck und Scholz umsonst nach Katar reisten, als über Habecks Kniefall gelästert wurde, als Herr Scholz als Bettler bezeichnet wurde, wurde sich aufgeregt darüber. Und nun werden die Gleichen wieder ein Haar in der Suppe suchen, um den Deal schlechtzureden. Typisch deutsch halt."

Von Juliane Lange / OZ

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