Wachstumspläne trotz Krise

Ryanair peilt einen Passagierrekord an

Ryanair zieht seine Flugzeuge zum Januar 2020 aus Hamburg ab und streicht sieben Routen.

Ryanair will 2022 durchstarten.

Hannover. Ryanair hebt wieder ab – jedenfalls was die Passagierzahlen anbelangt: Für das nun begonnene Geschäftsjahr rechnet die irische Billigfluglinie mit Rekorden. Eine Gewinnprognose wagt die Airline allerdings noch nicht. „Die Erholung bleibt fragil“, sagte Konzernchef Michael O‘Leary mit Blick auf weitere Risiken in Folge der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine.

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Beides prägte auch das am Montag vorgestellte Jahresergebnis: Die Corona-Einschränkungen wurden 2021 erst spät im Sommer gelockert, die Omikron-Variante versetzte der Luftfahrt im Herbst einen weiteren Dämpfer. Im Winter folgten die Spannungen und schlussendlich der Krieg in der Ukraine. Besser als 2020 lief es im nun abgelaufenen Geschäftsjahr allemal: 97,1 statt 27,5 Millionen Fluggäste beförderten die Iren, bei 4,8 Milliarden Euro Umsatz machten sie allerdings trotzdem noch 355 Millionen Euro Verlust.

Das nun begonnene Geschäftsjahr könnte hingegen Maßstäbe setzen: Die Reiselust wächst mit dem Auslaufen von immer mehr Corona-Beschränkungen, gleichzeitig haben nicht alle Wettbewerber die Pandemie unbeschadet überstanden. Ryanair peilt deshalb einen Passagierrekord an: 165 Millionen Gäste sollen es bis März 2023 werden, 16 Millionen mehr als im Jahr vor der Pandemie.

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Tickets sollen möglichst günstig bleiben

Aber die Risiken sind weiterhin groß, wie O‘Leary am Montag betonte: Der Krieg in der Ukraine und die Pandemie sind nicht ausgestanden. Die Buchungen könnten bei schlechten Nachrichten jederzeit wieder einbrechen, sagte O‘Leary. Eine konkrete Gewinnprognose wagte er deshalb nicht, O‘Leary versprach lediglich „angemessene“ Erträge.

Trotz der jüngsten Verluste will sich die Airline mit Preiserhöhungen erst einmal zurückhalten – auch weil Kundinnen und Kunden zwar reiselustig sind, das Geld wegen der Inflation aber immer knapper wird. 2022 sollen Tickets zu Spitzenzeiten nur „etwas“ mehr als 2019 kosten, kündigte O‘Leary deshalb an.

Neue Flugzeuge bei Ryanair

Gegenüber der Konkurrenz sieht sich O‘Leary trotzdem im Vorteil: Anders als bei vielen Wettbewerbern sei die Ryanair-Flotte während der Pandemie modernisiert worden. Größer, spritsparender und umweltfreundlicher seien die neuen Jets von Boeing – die dem Firmenlenker trotzdem Kopfzerbrechen bereiten, weil sie oft nicht pünktlich ausgeliefert wurden. „Boeing braucht ein neues Management“, fluchte O‘Leary am Montag im US-Fernsehsender CNBC.

Zugleich hat sich Ryanair umfangreich gegen steigende Kerosinpreise gewappnet: Laut der internationalen Luftfahrtorganisation IATA kostet das Barrel in Europa derzeit um die 160 Dollar. Ryanair hat O‘Leary zufolge 80 Prozent des eigenen Verbrauchs mit Terminkontrakten abgesichert und zahlt angeblich zwischen 63 und 78 Dollar pro Barrel. „Das wird uns einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil in den nächsten 12 Monaten bescheren“, so O‘Leary.

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Luftfahrtbranche erholt sich

An den Finanzmärkten wurden die Ankündigungen trotzdem verhalten aufgenommen, zeitweise rutschten Papiere von Ryanair am Montag knapp 5 Prozent ins Minus. Gleichwohl zeigten sich Analysten durchaus zufrieden. Ryanair habe die Erwartungen im Geschäftsjahr 2022 erfüllt, schrieb etwa Goldman-Sachs-Analyst Patrick Creuset.

Insgesamt erlebt die Luftfahrtbranche derzeit die schon im Frühjahr prophezeite Erholung von der Pandemie. Auch die Lufthansa hatte vor gut einer Woche deutlich mehr Buchungen vermeldet, vor allem bei Urlaubsreisen. Im Billigsegment wird Ryanair-Hauptkonkurrent Easyjet am Donnerstag Geschäftszahlen veröffentlichen, auch die Briten sollen zuletzt deutlich mehr Buchungen verzeichnet haben.

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