Volkswagen will auf Autohändler zugehen

Der Abgasskandal sowie die anhaltende Debatte um drohende Fahrverbote von Dieselfahrzeugen in Städten hat zu Verunsicherung bei den Kunden geführt.

Der Abgasskandal sowie die anhaltende Debatte um drohende Fahrverbote von Dieselfahrzeugen in Städten hat zu Verunsicherung bei den Kunden geführt.

Wolfsburg. In der Dieselkrise ist Volkswagen nach massiver Kritik von Händlern um eine Entspannung des Streits bemüht. VW habe den Händlern einen „runden Tisch“ vorgeschlagen, erklärte der Vertriebschef der Marke VW in Deutschland, Thomas Zahn, am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Chef des Volkswagen und Audi Partnerverbandes, Dirk Weddigen von Knapp, begrüßte die Gespräche. „Es ist ein positives Signal“, sagte er der dpa in Mainz, fügte aber hinzu: „Die Frage ist, was dabei herauskommt.“

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Weddigen von Knapp kritisierte, dass es monatelang überhaupt gar keine Kommunikation des Wolfsburger Unternehmens mit den Händlern gegeben habe. Briefe an den Vertriebschef und Vorstandsmitglieder seien wochenlang unbeantwortet geblieben. Insgesamt habe sich der Konzern den Händlern gegenüber schlecht benommen. „Gespräche mit Werksvertretern fanden und finden in lauter Tonlage statt, wenn man den Wünschen der Herren nicht nachkam und die Durchsetzung von Markenzielen wurden mit versteckten Drohungen erreicht“, sagte Weddigen von Knapp laut Redemanuskript auf einer Veranstaltung seines Verbandes.

„Man bekennt sich nicht schuldig für das, was man verursacht hat“

Der Verbandsvorsitzende und Geschäftsführer erklärte weiter, die Autohändler litten unter dem Vertrauensverlust der Kunden durch den Dieselskandal. „Unsere im Kundenkontakt stehenden Mitarbeiter sind am Ende ihrer Kräfte und unsere Ergebnisse rauschen in den Keller.“ Die sich ausgeweitete Dieseldiskussion habe außerdem zu einem „massiven Einbruch unseres Gebrauchtwagengeschäftes“ geführt. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 2400 Handels- und Servicepartnern der Marken VW, Audi und VW-Nutzfahrzeuge.

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VW-Vertriebschef Zahn sagte, er wolle auf die Händler zugehen. „In bewegten Zeiten ist es umso wichtiger, dass wir eng zusammen rücken.“ Volkswagen sei sich der aktuell herausfordernden Situation im deutschen Handel sehr bewusst.

Weddigen von Knapp hatte VW vor kurzem auch im „Spiegel“ attackiert. „Wir haben einen Skandal, und wie der Konzern damit umgeht, ist unglaublich. Man bekennt sich nicht mehr schuldig für das, was man verursacht hat“, hatte er dem Magazin gesagt. Die Händler fühlten sich von Volkswagen im Stich gelassen. VW-Deutschland-Vertriebschef Zahn hatte die Kritik als „beispiellos und geschäftsschädigend“ bezeichnet.

Der Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen sinkt seit Monaten

VW sieht anders als die Händler „aktuell keinen bedeutenden Rückgang der Restwerte“. Das Unternehmen unterstütze den Handel mit verschiedenen Maßnahmen wie einer Null-Prozent-Sonderfinanzierung für gebrauchte Dieselfahrzeuge der Euro-Normen 5 und 6, wie bereits der „Spiegel“ berichtet hatte. VW hatte vor zwei Jahren Manipulationen bei Abgastests von Dieselfahrzeugen eingeräumt. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt.

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) teilte unterdessen mit, dass der Wert von Diesel-Gebrauchtwagen laut einer Analyse sinkt. Erstmals in diesem Jahr lägen die Gebrauchtwagenwerte für Dieselfahrzeuge unter dem Vorjahresniveau. Demnach lag im August der Wert von dreijährigen Gebrauchtwagen über alle Modelle und Marken bei 54,2 Prozent des ehemaligen Listenneupreises. Vor einem Jahr betrug dieser Wert noch 54,5 Prozent. Bei gebrauchten Benzinern dagegen lag der Wert stabil bei 56,1 Prozent.

Der Abgasskandal sowie die anhaltende Debatte um drohende Fahrverbote von Dieselfahrzeugen in Städten hat zu Verunsicherung bei den Kunden geführt. Der Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen sinkt seit Monaten.

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Von dpa/RND

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