VW führt Obergrenze für Manager-Gehälter ein

Bei Volkswagen gilt für die Top-Manager künftig eine Obergrenze bei den Gehältern.

Bei Volkswagen gilt für die Top-Manager künftig eine Obergrenze bei den Gehältern.

Wolfsburg. Bei Volkswagen gilt für die Top-Manager künftig eine Obergrenze bei den Gehältern. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Reform des Vergütungssystems, wie VW mitteilte. Der Vorstandschef soll künftig höchstens 10 Millionen Euro im Jahr verdienen, die Vorstandsmitglieder maximal 5,5 Millionen Euro.

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Diese Maximal-Einkommen könnten aber nur bei einer „herausragenden Unternehmensentwicklung“ erreicht werden, teilte Volkswagen weiter mit. Neben den Obergrenzen sieht das neue System vor, dass die Kriterien für die variable Vergütung, darunter umstrittene Bonuszahlungen, verschärft werden. Im Gegenzug wird das Fixgehalt angehoben.

Winterkorn kam 2011 auf rund 17,5 Millionen Euro

Das neue System gilt vom Geschäftsjahr 2017 an. Hohe Managergehälter bei Volkswagen hatten für viel Kritik gesorgt. Der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn kam 2011 auf ein Einkommen von rund 17,5 Millionen Euro. Dies lag vor allem an hohen Bonuszahlungen angesichts von hohen Gewinnen. Auch hohe Bonuszahlungen im vergangenen Jahr, trotz Abgasskandal, hatten Empörung ausgelöst.

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VW-Vorstandschef Matthias Müller sagte laut Mitteilung, der Vorstand stehe voll und ganz zur „Modernisierung“ des Vergütungssystems und habe einer Modifikation der laufenden Verträge zugestimmt.

Schulz: Exzesse bei Managergehältern müssen aufhören

Hohe Managergehälter hatten zuletzt auch die politische Debatte neu entfacht. Die SPD will den Spielraum der Unternehmen künftig einengen und den Steuerbonus bei hohen Managergehältern per Gesetz begrenzen. "Exzesse bei den Managergehältern" müssten "endlich beendet werden",sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.Diesem Ziel diene der gerade vorgelegte Gesetzentwurf der SPD-Bundestagsfraktion. "Ich erwarte jetzt, dass die Union unseren Vorschlägen folgt und wir noch vor der Wahl das Gesetz verabschieden können", sagte er den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

Für Kritik hatte auch eine hohe Abfindung bei Volkswagen für Ex-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt gesorgt. Die 66-Jährige bekam nach nur 13 Monaten im Amt eine Abfindung von rund 12 Millionen Euro.

IG Metall für Obergrenze in allen Unternehmen

Der weltgrößte Autohersteller Volkswagen hatte bereits 2016 angekündigt, sein Vergütungssystem für Führungskräfte ändern zu wollen. Die Initiative für eine Reform hatten das Land Niedersachsen und der Betriebsrat ergriffen, wie zu hören war. Das Land ist VW-Großaktionär und mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat vertreten.

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Die Gewerkschaft IG Metall will nun in allen Unternehmen eine Obergrenze für Vorstandsgehälter fordern. Dies sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, Mitglied im VW-Aufsichtsrat, dem „Spiegel“.

Von dpa/RND

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