Zwei Drittel der Züge auf neuer ICE-Strecke verspätet

Die Bahn hat mit ihrer neuen Verbindung große Probleme.

Die Bahn hat mit ihrer neuen Verbindung große Probleme.

Potsdam. Holpriger Start für ein vermeintliches Prestigeprojekt: Rund zwei Drittel aller Verbindungen auf der neuen ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin–München sind verspätet ans Ziel gekommen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Zuvor hatte die „Bild“ darüber berichtet.

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Die Strecke war am 10. Dezember in Betrieb genommen worden. Bis zum 18. Dezember fuhren 289 Züge, wovon nur 94 planmäßig am Ziel ankamen. 195 Züge erreichten den Zielbahnhof verspätet, davon hatten 125 ICE eine Verspätung von mindestens sechs Minuten.

Die Bahn hat mit ihrer neuen Verbindung große Probleme.

„Wenn nicht mal auf ihrer Prestige-Strecke Züge pünktlich sind, dann ist im Staatskonzern gehörig was faul. Es rächt sich jetzt, dass die DB in Prestigeprojekte und Weltkonzern-Ambitionen investiert, aber ihr Kerngeschäft, Menschen in Deutschland günstig, komfortabel und verlässlich von A nach B zu transportieren, vernachlässigt“, sagte Grünenfraktionsvize Oliver Krischer. „Was nützen einzelne Hochgeschwindigkeitsstrecken und unterirdische Bahnhöfe, wenn ständig der Anschluss verpasst wird und bei der ersten Schneeflocke gleich das Netz zusammenbricht.“ Statt „Prestige und Weltkonzern-Getue“ brauche die Bahn Investitionen in Alltagsinfrastruktur für mehr Verlässlichkeit, sagte der Politiker.

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Bereits bei der Eröffnungsfahrt der Strecke, die für rund 10 Milliarden Euro ausgebaut worden war, hatte ein Zug aus München Verspätung. Auch in den folgenden Tagen bremsten Züge auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke ab oder fielen ersatzlos aus. Die Bahn erklärte die Pannenserie mit Problemen mit der neuen europäischen Sicherheitstechnik ETCS.

Von Torsten Gellner/MAZ/RND

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