Der größte Vollmond des Jahres: Expertin erklärt, wie es zum Supermond kommt

In den kommenden Nächten erscheint der Mond besonders groß am Himmel. Der Erdtraband kommt uns besonders nah.

In den kommenden Nächten erscheint der Mond besonders groß am Himmel. Der Erdtraband kommt uns besonders nah.

Wolfsburg. Der Mond bietet am Mittwoch einen besonders beeindruckenden Anblick: Denn er ist der Erde zurzeit besonders nah und erscheint uns deshalb besonders groß. Im Pazifikraum kommt es sogar zum Superblutmond.

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Die Geowissenschaftlerin und Planetologin Dr. Julia Lanz-Kröchert vom Planetarium Wolfsburg erklärt im RND-Interview, was es mit den Begriffen Supermond, Blutmond und Flower Moon auf sich hat.

Frau Lanz-Kröchert, wie entsteht das Himmelsspektakel Supermond?

Man hat gerne mal das Gefühl, dass der Vollmond besonders groß am Himmel erscheint. Oft ist es nur eine optische Täuschung, aber manchmal kommt es vor, dass der Vollmond tatsächlich etwas größer ist als sonst. Das hängt damit zusammen, dass die Mondbahn um die Erde nicht kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist. Der Abstand des Mondes von der Erde schwankt im Verlauf eines jeden Mondumlaufes um mehrere 1000 Kilometer. Auf dem erdnächsten Punkt seiner Bahn, dem sogenannten Perigäum, ist er der Erde rund 356.000 Kilometer nahe und auf seinem erdfernsten Punkt (Apogäum) ist er etwa 406.000 Kilometer von der Erde entfernt. Dadurch variiert die scheinbare Größe des Mondes am Himmel. Fällt das Perigäum mit dem Vollmond zusammen, haben wir einen Supermond.

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Sie sprechen die optische Täuschung an, die uns einen besonders großen Mond manchmal nur vortäuscht. Wie entsteht diese Täuschung?

Das ist im Prinzip immer der Fall, wenn der Vollmond relativ tief über dem Horizont steht. Im Vergleich mit den Gebäuden in der Nähe erscheint der Mond dem Gehirn dann besonders groß. Eine physikalische oder astronomische Ursache gibt es dafür nicht. Das Phänomen der Mondtäuschung, wie es manchmal auch genannt wird, ist also eher auf unsere Größenwahrnehmung zurückzuführen.

Wo kann man sich den Supermond am besten anschauen?

Am besten an einem Ort, an dem man freie Sicht hat und man ein bisschen höher gelegen ist. Der Vollmond steht mehr oder weniger die ganze Nacht am Himmel. Man hat also viel Zeit, den Mond zu betrachten. Wenn man es genießen möchte, würde ich ein schön freies Feld suchen und vielleicht noch ein Teleskop aufstellen, da sich Supermondnächte natürlich besonders gut zur Mondbeobachtung eignen.

Wann wird uns der Mond das nächste Mal in einer ähnlichen Größe am Sternenhimmel erscheinen?

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Supermonde gibt es gar nicht so selten. Der letzte Supermond war im April, auf den nächsten müssen wir allerdings ein Jahr warten, der ist am 14. Juni 2022. Statistisch gesehen beschert uns jedes Kalenderjahr mindestens einen Supermond. Am vierten November gäbe es einen Superneumond. Der ist aber natürlich, wie jeder Neumond, nicht zu beobachten. Die Mondtäuschung kann man dafür bei jedem tief stehenden Vollmond beobachten.

Wirkt sich die besondere Nähe des Mondes auch auf die Natur aus?

Die Gezeiten mit Ebbe und Flut beeinflusst das durchaus. Die sind verstärkt bei einem Supermond. Anderes wird in der Regel nicht beeinflusst. Auf Tiere und ähnliches wirkt sich das meines Wissens nicht aus.

Im Pazifikraum kommt es sogar zu einem Superblutmond. Wie ist dies zu erklären?

Der Blutmond bezeichnet den rötlichen Mond bei einer Mondfinsternis. Auch wenn der Mond verfinstert ist, wird er nicht völlig dunkel, sondern weist ein leicht rötliches Schimmern auf. Bei einer Mondfinsternis schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Der Mond wandert genaugenommen durch den Erdschatten und wird dadurch verdunkelt. Da die Erde allerdings ein Planet mit einer dichten Atmosphäre ist, bricht sich das Licht der Sonne in der Erdatmosphäre. Ein großer Teil des Lichts wird herausgefiltert aber das langwelligere rote Licht fällt dann noch auf die verdunkelte Mondseite.

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Wie selten ist es, dass beide Phänomene gleichzeitig geschehen?

Das ist natürlich deutlich seltener als der Supermond, an sich aber auch nichts übermäßig Ungewöhnliches. Bei der Mondfinsternis vom 21. Januar 2019 stand der Mond auch in Erdnähe – damals konnte man also auch bei uns einen Superblutmond beobachten.

Zu der letzten aus Deutschland beobachtbaren totalen Mondfinsternis kam es im Januar 2019. Das nächste Himmelschauspiel wird man hierzulande erst in einem knappen Jahr bestaunen können. Wieso kommt es relativ selten zu Mondfinsternissen?

Das hängt damit zusammen, dass die Umlaufbahn des Mondes nicht nur elliptisch, sondern außerdem auch noch um circa fünf Grad gegen die Ekliptikebene, also die Bahnebene der Erdbahn um die Sonne, geneigt ist. Wenn wir Vollmond haben, liegt der Mond meistens ein wenig über oder unter der Ekliptikebene und durchschreitet daher nicht den Erdschatten. Nur wenn der Mond bei Vollmond nahe der Ekliptikebene steht oder diese schneidet, kommt es zur Verfinsterung. Statistisch gesehen kommt es alle 2,5 Jahre an einem Ort der Erde zu einer totalen oder partiellen Mondfinsternis.

Aktuell spricht man im Volksmund auch vom Blumenmond oder Flower Moon. Woher kommen diese Bezeichnungen?

Die Bezeichnung Blumenmond stammt von den Algonkin-Indianern und bezeichnet den Vollmond im Mai, wenn überall die Blumen blühen. Bei uns spricht man beim Maivollmond auch vom Wonnemond, angelehnt an das altdeutsche Wort für Freude: Wunni.

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