Je älter der Mensch, desto lieber isst er Rosenkohl – nur für die Briten gilt das nicht

Viele Kinder essen Rosenkohl nicht gern – das ändert sich aber meist im Erwachsenenalter.

Viele Kinder essen Rosenkohl nicht gern – das ändert sich aber meist im Erwachsenenalter.

Manche Dinge müssen einfach reifen, damit sie wirklich schmecken. Obst natürlich. Eine Mango finden viele erst richtig lecker, wenn sie ihre Festigkeit verloren hat und ihr Fruchtfleisch goldgelb geworden ist. Oder ein guter Whisky. Der lagert gewöhnlich eine ganze Reihe von Jahren in Holzfässern, idealerweise am Meer. Täte er dies nicht, würden ihm wesentliche Nuancen seines Geschmacks fehlen. Für manche Sachen allerdings ist es der Mensch selbst, der einer gewissen Reife bedarf, um sie wirklich genießen zu können. Das betrifft beispielsweise Rosenkohl.

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Generationen von Kindern wurden alljährlich im Herbst mit diesen kleinen, grünen Gemüsekugeln gequält. Leicht bitter sind sie, beim Kochen sorgen sie für einen ordentlich muffigen Geruch in der Küche. Manche Großmütter kochten Rosenkohl konsequent zu lange, um ihre Enkelkinder dann mit Mittagessen von butterweicher Konsistenz zu konfrontieren. Einmal im Mund, offenbarte sich so ein bitteres, breiiges Etwas, das für viele Kinder nur einen Schluss zuließ: Diese Herbstzeit ist eine Strafe und dieses Weihnachtsessen mit dem obligatorischen Rosenkohl nur zu ertragen, weil es im Anschluss Geschenke gab.

Rosenkohl erlebt einen Aufschwung

Viele mussten erst volljährig werden, bis sie merkten: Diese feine bittere Nuance, idealerweise gepaart mit einer Prise Kumin und Salz – die ist doch eher eine kulinarische Offenbarung! Wieso habe ich das nicht längst genossen?

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Vielleicht wurde der Rosenkohl auch deswegen in den vergangenen Jahren regelrecht hip. Es gab plötzlich überall Rosenkohlcurrys, Rosenkohlpizza, Rosenkohlsalat und sogar Rosenkohlsmoothies. Und der Klassiker gehörte schnell in jede gute Delikatessenhandlung: die Rosenkohlquiche, bei der das Gemüse wahlweise mit Speck, Räucherlachs oder in vegetarischer Variante mit gerösteten Möhren angereichert wird. Rosenkohl? Mehr davon!

Viele Briten essen keinen Rosenkohl

Nun aber gibt eine Untersuchung aus Großbritannien Grund zur Sorge. Fast drei Viertel der 18- bis 24-jährigen Briten essen keinen Rosenkohl, fand der jährliche Christmas-Report der größten Supermarktkette des Landes, Tes­co, heraus. Dabei wären sie längst in dem Alter, in dem sie ihn lieben müssten. Und es wird noch schlimmer: Die heutigen Kinder gelten schon jetzt als die erste Generation, die Rosenkohl womöglich niemals mögen wird. Entwickelt er sich nun womöglich zur bedrohten Art?

Die Polizei in Nordwales berichtete bereits vor zwei Jahren, dass sie von jemandem einen Notruf erhalten habe, der wissen wollte, wo es noch Rosenkohl gebe. Und britische Zeitungen fragten jüngst durch die Bank: „Tötet die Generation Z den Rosenkohl?“

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Hat das Christmas-Dinner ausgedient?

In Großbritannien sorgt man sich aber nicht nur um das Ende des Weihnachtsrosenkohls. Auch der Christmas-Pudding, ein mächtiger Rosinenkuchen, der stets nach dem Weihnachtsessen als Dessert serviert wird, steht Umfragen zufolge bei jüngeren Leuten nicht mehr sehr hoch in der Gunst. Stattdessen verlangen sie nach einem Nachtisch aus Schokolade. Mehr noch: Das ganze Christmas-Dinner hat zunehmend ausgedient. Vielmehr entdeckt die Generation Z eine neue Form des Weihnachtsessens – den Christmas-Brunch. Die Erklärung ist ganz einfach: Brunch eignet sich besser für Instagram-Fotos als das traditionelle Dinner.

Die US-Lebensmittelfirma Heinz hat einen Rettungsversuch für das Weihnachtsessen gestartet: Sie präsentierte kürzlich eine limitierte Auflage einer Festtagssuppe in Dosen: mit ganzen Stücken von Truthahn und Schwein – und natürlich Rosenkohl.

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