Audiodatei stark bearbeitet

Nasa twittert Geräusche von schwarzem Loch – und stößt auf Kritik

Das Foto zeigt, das erste Bild von Sagittarius A*, dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße.

Das Foto zeigt, das erste Bild von Sagittarius A*, dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat einen Tweet mit einer Audiodatei veröffentlicht, die Geräusche eines schwarzen Loches darstellen soll. „Der Irrtum, dass es keine Geräusche im Weltraum gäbe, stammt daher, weil der meiste Raum ein Vakuum ist, das Schallwellen keine Möglichkeit bietet, sich zu bewegen“, heißt es in dem Tweet von Sonntag. Der Galaxiehaufen Perseus, in dessen Zentrum sich das schwarze Loch befindet, habe jedoch genügend Gas, in dem sich die Schallwellen wiederum bewegen könnten.

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Stark verstärkte Aufnahme

Der Tweet stößt sowohl auf Begeisterung als auch auf Kritik. Andere Expertinnen und Experten kritisieren, wie Astrophysiker Chris Lintott gegenüber dem „Spiegel“, dass die Audiodatei stark bearbeitet wurde. Ohne die Bearbeitung sind die Wellen für den Menschen auch gar nicht hörbar, wie die Nasa selbst in einer Mitteilung erklärt, die bereits im Mai erschienen ist. Damit das menschliche Gehör sie jedoch hören kann, habe die Nasa die Schallwellen um 57 und 58 Oktaven höher skaliert. Sie seien also 144 sowie 288 Billiarden Mal höher als die ursprüngliche Frequenz.

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„Wenn Sie möchten, können Sie diese Wellen als ‚Klang‘ bezeichnen und festlegen, welchem Ton sie entsprechen. Dieser Ton, der so verschoben wurde, dass wir ihn hören können, und mit dem herumgespielt wurde, ist der Klang der Nasa“, sagte Lintott gegenüber dem „Spiegel“. Auch wenn die Wellen zwar durch das schwarze Loch verursacht wurden, glaube er nicht, „dass es viel bringt, sie als ‚Geräusche‘ zu bezeichnen.“ Denn sie seien „sicherlich nicht ‚das Geräusch eines schwarzen Lochs‘ in dem Sinne, wie die Menschen diesen Ausdruck auffassen könnten“, sagt Lintott weiter.

Auf einen Kommentar unter dem Tweet, erklärte die Nasa, dass der Beweggrund, warum man diese Klänge stark verstärke oder auch andere Geräusche aus Lichtdaten interpretiere, der sei die Wissenschaft mit mehr Menschen teilen zu wollen. Die Aufnahme wurde bereits vor fast 20 Jahren mit dem US-Röntgenobservatorium Chandra aufgenommen.

RND/mr

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