Rätsel im Weltraum: Radioblitze mit verdächtigem Rhythmus

Alle 16 Tage erreichen die Signalwellen des Radioblitzes FRB 180916.J0158+65 die Erde.

Alle 16 Tage erreichen die Signalwellen des Radioblitzes FRB 180916.J0158+65 die Erde.

Kanada. Die Fast Radio Bursts (FRB), also die schnellen Radioblitze, stellen für die Wissenschaft weiterhin ein großes Rätsel dar. Noch immer ist der Ursprung der kurzen, kräftigen Strahlungsausbrüche im Radiowellenbereich ungeklärt. Ein Team des „Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment Fast Radio Burst Projects“ (CHIME/FRB) – einem Forschungsprojekt, das sich mit Radioblitzen beschäftigt – hat nun neue Erkenntnisse gewinnen können.

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Vier Tage Strahlung, zwölf Tage Ruhe

Der im vergangenen Jahr katalogisierte Fast Radio Burst FRB 180916.J0158+65 weist eine besondere Periodizität auf: Die Strahlungsausbrüche dauern jeweils vier Tage lang an, danach folgen zwölf Ruhetage. Die mysteriösen Signale erreichen demnach alle 16 Tage unsere Erde. Das Team von CHIME/FRB hatte während des ersten Untersuchungszeitraums von September 2018 bis Oktober 2019 insgesamt 28 Strahlungsausbrüche dokumentiert, die jeweils kürzer als zwei Tausendstelsekunden waren.

Erstmals entdeckt wurde ein Fast Radio Burst 2007. Seitdem haben Astronomen Hunderte solcher Blitze registriert, aber erst bei fünf deren genaue Position ermitteln können. Den bislang dichtesten Radioblitz lokalisierten Forscher Anfang des Jahres im Zuge einer umfangreichen Beobachtungskampagne in einer rund 500 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie, die unserer Milchstraße ähnelt.

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Der Radioblitz FRB 180916.J0158+65 ist einer der wenigen Blitze, der von Astronomen genau lokalisiert werden konnten.

Der Radioblitz FRB 180916.J0158+65 ist einer der wenigen Blitze, der von Astronomen genau lokalisiert werden konnten.

Strahlungsausbrüche können Verteilung der Materie im Universum kartieren

„Wir sind an der Schwelle, mit neuen, noch empfindlicheren Radioteleskopen weitere FRBs zu lokalisieren und damit schließlich die wahre Natur dieser Quellen herauszufinden“, sagt Ramesh Karuppusamy, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Mit den Strahlungsausbrüchen kann auch die Verteilung der Materie im Universum kartiert werden, da sie unsere Erde aus großer Entfernung erreichen.

Je mehr Materie ein Blitz auf dem Weg durchs All passiert, desto stärker ist er demnach „dispergiert“. Das heißt, seine längeren Wellen treffen etwas später ein als seine kürzeren Wellen. Sofern sich die Entfernung der jeweiligen Blitze bestimmen lässt, ergibt sich aus der Messung der Dispersion nach und nach eine Karte der dreidimensionalen Verteilung der Materie im Kosmos.

Stecken Aliens hinter den Radioblitzen?

Noch interessanter ist für die Wissenschaftler aber der Ursprung der FRBs, über den es inzwischen einige Theorien gibt. Zum einen spekulieren Forscher, dass ein schwarzes Loch die Quelle der Radioblitze umkreist. Blitze könnten dann nur an bestimmten Positionen durch die Umlaufbahn nach außen dringen.

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Astronomen vermuten, dass ein schwarzes Loch der Auslöser für die Radioblitze ist.

Astronomen vermuten, dass ein schwarzes Loch der Auslöser für die Radioblitze ist.

Zum anderen könnte ein binäres System der Auslöser sein, das beispielsweise aus einem rotierenden Neutronenstern (Pulsar) und einem massereichen Stern besteht. Dann würden Sternenwinde periodisch die vom Pulsar ausgesandten Radioblitze blockieren, so eine weitere Forschungsgruppe des CHIME/FRB. Andere Forscher wie der renommierte Astrophysiker Avi Loeb vermuten wiederum, dass eine extragalaktische Zivilisation hinter den FRBs steckt.

lb/RND/dpa

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