Auswirkungen des Tabakkonsums

Wie schädlich ist Rauchen für Klima und Umwelt?

Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt.

Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Umwelt.

Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,3 Milliarden Raucher und Raucherinnen. Dass Tabakkonsum, aktiv wie passiv, gesundheitsschädigend ist und jedes Jahr rund acht Millionen Menschen das Leben kostet, ist weitgehend bekannt. Wie aber steht es um den Effekt des Rauchens auf Klima und Umwelt?

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Forschende des Imperial College London haben in einer Studie kalkuliert, dass auf eine Zigarette rund 14 Gramm CO₂-Äquivalent kommen. Der ausgestoßene Rauch besteht aus diversen chemischen Bestandteilen. Die Liste ist lang: Zigarettenrauch enthält beispielsweise Ammoniak, Pyridin, Styrol, Toluol, Benzol, Isopren, 1,3-Butadien, Acetaldehyd, Akrolein, Formaldehyd, Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid.

Insgesamt verursachten Raucherinnen und Raucher pro Jahr dann rund 84 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent – das sind 0,2 Prozent der globalen Treibhausgase. Die WHO schätzt die Menge hochgerechnet auf die Welt pro Jahr auf 12.000 und 47.000 Tonnen. Das klingt zwar erstmal nach einem weniger großen Effekt als andere Bereiche. Das Fazit der Forschenden fällt allerdings weit alarmierter aus.

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Negativer Einfluss von Rauchen und Tabakproduktion

Tabak bedroht viele Ressourcen der Erde.

Aus einem WHO-Bericht

„Tabak konkurriert mit lebenswichtigen Rohstoffen um Ressourcen und übt einen erheblichen Druck auf die Gesundheit unseres Planeten und seiner am stärksten gefährdeten Bewohner aus“, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrer 2018 in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“ veröffentlichten Untersuchung. Man müsse die Tabakproduktion und die damit verbundenen Umweltprobleme besser kontrollieren. Und ganz grundsätzlich soll für eine nachhaltige Entwicklung der weltweite Tabakkonsum möglichst verringert werden.

Denn das Problem ist nicht nur der Rauch und das Verbrennen des Tabaks. Der Anbau von Tabak verursacht laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) massive Schäden für Umwelt und Klima. Jedes Jahr müssten für die Tabakfelder 600 Millionen Bäume weichen, 22 Milliarden Tonnen Wasser würden verbraucht und 84 Tonnen CO2 ausgestoßen, erklärte die UN-Organisation anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai.

Den ökologischen Fußabdruck des Rauchens hat die WHO bereits 2017 in einem 70-seitigen Bericht untersucht. „Tabak bedroht viele Ressourcen der Erde“, heißt es darin. „Seine Auswirkungen gehen weit über die Auswirkungen des Rauchs hinaus, den Tabakprodukte beim Konsum in die Luft abgeben.“ Mitgedacht werden müsse beispielsweise auch die Produktion der Zigaretten – mit vielen weiteren umweltschädlichen Auswirkungen durch die Tabakindustrie für Luft, Wasser und Erde.

Tabakanbau: Probleme werden ins Ausland verlagert

Weltweit wird auf rund 4,3 Millionen Hektar Tabak angebaut. Das führe zur Entwaldung und weniger verfügbaren Flächen. Für die Pflanzen, angebaut in Monokultur, braucht es viel Wasser, auch chemische Düngemittel, die Böden und Artenvielfalt beeinträchtigen, kommen zum Einsatz. Der Energieverbrauch bei der Zigarettenherstellung müsse ebenfalls mitgedacht werden. Die produzierten Abfälle seien „enorm und wachsend“, der Transport der Ware führe zum Ausstoß weiterer Treibhausgase.

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In der Studie aus London stellten die Forschenden zudem fest, dass sich der Tabakanbau hauptsächlich auf Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen konzentriert. In Ländern wie Indien, Simbabwe, Pakistan und Malawi, also in Ländern mit knapper Nahrungsmittelversorgung der lokalen Bevölkerung, wird der Tabak im großen Stil angebaut – und bringt lokal die Probleme mit Böden, Dünger und Abfällen. Allerdings sind die Tabakwaren nicht für die eigene Bevölkerung, sondern größtenteils für das Ausland bestimmt. Weniger als 20 Prozent werden demnach lokal vor Ort konsumiert.

Die Überreste der Zigarette verschmutzen die Umwelt

Auch der Müll durch Zigarettenstummel fällt ins Gewicht – und das weltweit. Sie enthalten teils krebserregende Stoffe, darunter beispielsweise Nikotin, Arsen und Schwermetalle. Landen die Überreste vom Rauchen auf der Erde, trifft das auch die Tierwelt: Fische, Vögel, selbst Meeressäuger fressen die Stummel und vergiften sich daran.

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Schon seit den 1980er-Jahren sind laut WHO 30 bis 40 Prozent aller Dinge, die bei jährlichen internationalen Küsten- und Stadtsäuberungen gesammelt werden, Zigarettenstummel. Der geschätzte weggeworfene Abfall aus dem weltweiten Zigarettenkonsum könnte zwischen 340 und 680 Millionen Kilogramm liegen, dazu kommen noch einmal zwei Millionen Tonnen Papier, Tinte, Zellophan, Folie und Klebstoff, die in Tabakwarenverpackungen verwendet werden. „Dieser Abfall landet überall, auch auf unseren Straßen, in unseren Abflüssen, Flüssen und anderen Gewässern“, heißt es im Bericht.

Das Bewusstsein für all diese Auswirkungen durch den Tabakkonsum zu schärfen sei wichtig, betont die WHO. Letztendlich helfe jede Anstrengung, Tabak als ernstzunehmendes Problem für den ganzen Planeten anzuerkennen – mit hohen menschlichen, finanziellen und ökologischen Kosten.

Dieser Artikel wurde am 31. Mai 2022 aktualisiert.

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