Wenn eine Frau zwei Partner hat

Schatten eines Pärchens.

Schatten eines Pärchens.

Wien. Die Vielliebe oder Polyamorie mag für manche nach Vergnügen klingen. Tatsächlich sei sie aber anspruchsvoll, sagt der Forscher Stefan Ossmann von der Universität Wien. „Es ist aufwendig.“ Wie viele Menschen so eine Vielliebe mit ihren großen Herausforderungen – wie zum Beispiel dem Ersetzen der Eifersucht durch Mitfreuen – leben, ist unklar.

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Frage: Was sind die Hauptprobleme bei einer nicht-monogamen Beziehung?

Stefan Ossmann: Einer der wesentlichen Schlüssel zum Erfolg ist, dass alle Beteiligten die Eifersucht durch eine Mitfreude ersetzen müssen. Das muss man erst lernen. Außerdem scheint das knappe Gut die Aufmerksamkeit und die Zeit füreinander zu sein. Liebe ist genug da.

Wer interessiert sich für Polyamorie?

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Es sind Menschen die sich aus Beziehungen heraus zusätzlich verlieben. Es sind Personen, die immer schon polyamorös empfunden haben. Das sind Paare, die nach einem langen Zusammenleben finden, dass sie emotional oder sexuell zu wenig befriedigt sind. Dahinter steckt manchmal auch einfach Neugier. Und es ist kein männliches Phänomen. Frauen haben ein genauso hohes Interesse daran wie Männer.

Gibt es Zahlen zur Verbreitung der Vielliebe?

Keine wissenschaftlich wirklich belegbaren. Es ist gelegentlich von rund fünf Prozent der Erwachsenen die Rede. Das halte ich für möglich im Sinne von polyamorös empfinden. Wirklich gelebt wird Polyamorie von vielleicht 0,5 Prozent, der Anteil der geouteten Personen ist noch niedriger.

Das scheint sehr übersichtlich.

Es ist aufwendig. Es erfordert absolute Transparenz. Das Wissen aller Beteiligten voneinander unterscheidet die Vielliebe von der Affäre. Und es ist weiter stigmatisiert. Zu einer Feier, gar zu einer Hochzeitsfeier, als lesbisches oder schwules Paar zu kommen, ist heute kein Problem mehr. Stellen sie sich aber vor, eine Frau besucht eine Hochzeit offiziell mit ihren beiden Partnern.

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Von RND/dpa

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