Erster Spatenstich für umstrittene Chemiefabrik in Schwerin
Schwerin. Der Bau der umstrittenen Chemiefabrik des Unternehmens Vink Chemicals aus Kakenstorf (Niedersachsen) in Schwerin hat begonnen. Am Freitag wurde im Industriegebiet Göhrener Tannen der erste Spatenstich vollzogen, wie das Unternehmen mitteilte. Noch gibt es keine Genehmigung für die Fabrik, in der unter anderem Desinfektionsmittel produziert werden sollen. Gebaut wird den Angaben zufolge auf der Basis eines Bescheids zum vorzeitigen Baubeginn.
„Die geplante Investitionssumme lag bei ungefähr 34 Millionen Euro, wobei eine Förderung von 6,7 Millionen Euro zugesagt wurde“, erläuterte der Geschäftsführer der Vink Chemicals Produktionsgesellschaft mbH, Stephan Lauer. Allerdings habe sich die Investition im Rahmen der allgemeinen Kostensteigerungen deutlich erhöht. Betriebsbeginn soll in Schwerin demnach Mitte 2026 sein. „Bis dahin werden 45 Arbeitsplätze in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Lager und Labor geschaffen.“
Umweltschützer fürchten um Sicherheit
Gegen das Vorhaben von Vink Chemicals gibt es Vorbehalte – neben der Umweltorganisation BUND hat unter anderem auch das benachbarte Werk des Lebensmittelkonzerns Nestlé Einwände bei der Genehmigungsbehörde vorgebracht. Die Kritiker haben Sorgen vor Umweltverschmutzungen bei einem möglichen Störfall. Lauer versicherte: „Wir halten alle gesetzlichen Regelungen und Vorgaben ein.“ Die Entscheidung über die Genehmigung treffe die zuständige Behörde.
Der BUND hatte Widerspruch gegen die Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns für die Chemiefabrik eingelegt. Die Entscheidung sei vom zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt noch nicht getroffen worden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Schwerin. Er betonte zugleich, das Unternehmen baue auf eigenes Risiko vor der eigentlichen Genehmigung. Sollte die Anlage nicht genehmigt werden, müsse das Unternehmen alles wieder zurückbauen.
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Schweriner Bürgermeister Badenschier lobt Ansiedlung
Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) steht dem Vorhaben positiv gegenüber. „Schwerin begrüßt diese Wirtschaftsansiedlung, die eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts bedeutet“, sagte er. Die Pandemie und Lieferkettenprobleme hätten gezeigt, dass es zielführend sei, Produktionskapazitäten in Deutschland auf- und auszubauen.
Der Industriepark Schwerin sei als Industriegebiet ausgewiesen, so Badenschier. Der Bau eines Werkes zur Herstellung chemischer Produkte sei dort möglich, wenn die entsprechenden Genehmigungen vorliegen. Im Zuge des weiteren Genehmigungsverfahrens müssten jetzt noch „einige offene Fragen“ geklärt werden. „Die Landeshauptstadt geht davon aus, dass dabei die hohen Anforderungen an eine chemische Produktion in Deutschland vollständig erfüllt werden können.“
OZ