Ex-„Let’s Dance”-Profi nicht mit Jury d‘accord: „Das war für mich kein 30-Punkte-Tanz“
Ein blutiger Unfall, ein Blackout und ein Comeback: Show 6 von „Let‘s Dance“ hatte es in sich. Ganz oben in der Punktetabelle landete am Ende Anna-Carina Woitschack, die sowohl im Einzeltanz – einem Tango – als auch dem Jurytanz in der Gruppe die volle Punktzahl holte.
Auch Tanzprofi Christian Polanc, der lange selbst Teil der RTL-Tanzshow war und sie zweimal gewann, begeisterte der Tanz – aber dann doch nicht vollends: „Ich fand, sie hat das wirklich ganz toll gemacht, das war eine echt schwere Choreo“, sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zwar. „Aber es hat mich nicht so gepackt und geflasht, dass ich 10 Punkte gegeben hätte.“ Ihm habe „das letzte Quäntchen an Geschmeidigkeit“ gefehlt.
Ähnlich ging es ihm bei GZSZ-Star Jan Kittmann: „Ich hatte hier mit einer 10-Punkte-Leistung gerechnet, wurde aber nicht vollends gepackt“, sagt Polanc. Er habe die Choreografie des Contemporary als etwas überladen empfunden. „Dadurch wirkte Jan stellenweise holzig und hatte weniger freie Momente zur Entfaltung.“
Polanc lobt Ross Anthonys Professionalität
Lobend äußert sich Polanc, der die Show auch auf seinem Youtube-Kanal kommentiert, über Ross Anthony, der diese Woche unter besonders schweren Umständen tanzen musste. Denn relativ zu Beginn seiner Rumba traf Tanzpartnerin Mariia Maksina ihn versehentlich mit dem Ellenbogen im Gesicht – von seiner Augenbraue lief ihm Blut übers Gesicht, doch der Musiker zog durch und holte sich Jury-Lob und 24 Punkte ab.
Auch Polanc zeigt sich beeindruckt von seiner Professionalität: „Er hat wirklich durchgezogen“, so der Tänzer, der Ross Anthonys Bewegungen lobt. Der Tanz habe ihm ähnlich gut gefallen wie der Cha-Cha-Cha von „Ninja Warrior“-Sportler Joel Mattli, der von der Jury sogar 28 Punkte (und vom strengen Juror Joachim Llambi die volle Punktzahl) bekam.
Neun überraschende Fakten, die Sie noch nicht über „Let’s Dance“ wussten
Zu „Daddy Cool“ wurde bei „Let’s Dance“ schon am häufigsten getanzt und eins der aufwändigsten Kleider trug Victoria Swarovski, damals noch Kandidatin. Wir haben zum Start der neuen Staffel der RTL-Tanzshow neun spannende Fakten und Grafiken für Sie zusammengetragen.
Joel Mattli: In Soloteilen etwas „ulkig“
Dessen Tanz sieht er nämlich kritischer als die Jury: „Es gab starke Momente, aber auch ein paar schwache Passagen“, findet er. „In den Soloteilen wirkte er manchmal ein bisschen ulkig“, kritisiert er, die Passagen mit seiner Tanzpartnerin hätten ihm besser gefallen. Er hätte ihm 8,5 Punkte gegeben – auch wenn die Jury diese Möglichkeit natürlich nicht hat. Aber: „Auf Joel ist immer Verlass.“ Der Sportler zeigt sich seit Wochen relativ konstant in seinen Leistungen, bekommt immer wieder Höchstwertungen.
Ebenjene Konstanz fehlt Polanc hingegen bei Sänger Milano, der in der aktuellen Show stark mit Michael-Jackson-Moves einstieg, im Verlauf des Tanzes aber ein Blackout hatte und sich mehrfach vertanzte. „Wenn er frei tanzt, entsteht manchmal wirklich Magic“, zeigt er sich wie die Jury vom anfänglichen Soloteil begeistert – „aber im Paartanz verkrampft er oft ein bisschen.“ Er zeigt sich frustriert von den wechselnden Leistungen des jungen Teilnehmers, weil er bei ihm „alle Möglichkeiten“ sieht.
Neue Chance für „Bibi“ Heinicke
Neue Möglichkeiten hatte und nutzte Youtuberin „Bibi” Heinicke, die ihr Comeback feierte. Sie war eigentlich letzte Woche ausgeschieden, durfte aber zurückkehren wegen des Ausstiegs von Esther Schweins, die mit zwei gebrochenen Rippen nicht mehr weitertanzen konnte. Sie brachte einen Contemporary aufs Parkett, den Polanc als „sehr sicher und emotional geöffnet“ empfand.
Während „Bibi“ sich damit den Eintritt in die nächste Show ertanzte, war am Ende des Abends Schluss für Fitnessinfluencer Willi Banner, der erneut punktetechnisch auf dem letzten Platz landete und diesmal auch nicht von den Anrufern gerettet wurde. „Ich bin beeindruckt, dass Willi es überhaupt bis zur Staffel-Halbzeit geschafft hat“, so Polanc, der trotz der im Verhältnis zu seinen Konkurrenten schlechteren Leistung „eine tolle Entwicklung“ gemacht habe.