Prozess gegen Unternehmerin

Christina Block: „Ich habe viel zu wenig ernst genommen, was das mit meinen Kindern macht“

Christina Block ist vor dem Hamburger

Wenn Christina Block spricht, dann wird es jedes Mal emotional. Ihre Stimme bricht, ihr Gesicht wird von Minute zu Minute röter. Immer wieder muss sie sich auch die Tränen wegwischen. Am 18. Verfahrenstag ist das nicht anders.

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Die Unternehmerin, die angeklagt ist, die Entführung ihrer Kinder beauftragt zu haben, will sich erneut zu Fragen äußern, die ihr die Nebenklage gestellt hat. Fragen, die sie zu einem späteren Zeitpunkt beantworten wollte. Dieser Zeitpunkt ist jetzt.

Am sechsten Prozesstag fragte Nebenklagevertreter Philip von der Meden unter anderem: „Haben Sie am 28. Dezember nach den Begriffen Traumatherapeut, Entfremdung, Hamburg gegoogelt und an Herr C. geschickt?“

Bitte führen Sie sich vor Augen, dass ich eine Mutter bin, deren Kinder vom einen auf den anderen Tag in einer dunklen Kiste verschwunden sind.

Christina Block

am 18. Prozesstag

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Block antwortet nun, dass sie die Begriffe seit vier Jahren beinahe täglich suche. „Bitte führen Sie sich vor Augen, dass ich eine Mutter bin, deren Kinder vom einen auf den anderen Tag in einer dunklen Kiste verschwunden sind“, sagt die Angeklagte. Sie habe „viel zu wenig ernst genommen“, was das Verhalten ihres Ex-Mannes Stephan Hensel mit den Kindern gemacht habe. „Und dass Stephan noch weiter eskalieren könnte.“ Sie denke jeden Tag darüber nach, wie sie ihre Kinder vor ihm und seiner Wut hätte schützen können.

Das Lächeln gibt‘s nur für die Kamera

Während Block spricht, schaut ihr Ex-Mann und Nebenkläger Stephan Hensel an die Decke. Anwalt von der Meden macht sich Notizen auf seinem Telefon. Die Gefühle, so wirkt es, sind für die beiden nur ein weiterer Tagesordnungspunkt. Aber auch außerhalb des Gerichtssaals sieht man Block die Anspannung häufig an. Geraden und schnellen Schrittes läuft sie den langen Flur zur Verhandlung runter, neben ihr immer ihr Lebensgefährte Gerhard Delling und Verteidiger Ingo Bott. Für die Kameras der Reporter lächelt sie.

Bis heute habe sie den Glauben nicht verloren, dass es eine Lösung geben könne. „Ohne den Glauben, dass es eine Wiedervereinigung geben kann, würde ich morgens nicht aufstehen“, sagt Block mit tränenerstickter Stimme. Block hat ihre jüngsten Kinder nicht mehr in Hamburg gesehen, seit sie im August 2021 nicht von einem Wochenendbesuch bei Stephan Hensel zurückkehrten.

Es sei ihr nun wichtig, wieder eine Stimme zu bekommen. Auch, weil ihre Kinder damit leben müssten, „dass über ihre Mama in den Medien geurteilt wird“. Es sei für sie unmöglich auszublenden, was „in den Medien von meinem Ex-Mann und dem Nebenklagevertreter über mich bekannt wird.“ „Wer schützt mich?“, fragt Christina Block. In so einem Moment ist die Verzweiflung, die die Unternehmerin spüren muss, gerade zu greifbar.

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Mit ihrer Aussage ist Christina Block damit aber noch nicht am Ende. In zwei Wochen will sie weiter sprechen. Ihr Anwalt Ingo Bott kündigt an, dass es bis zu zwei Stunden dauern könne. Ein weiterer emotionaler Tag dürfte dann anstehen.

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