Dänemark wartet im zweiten EM-Spiel

Mission Titel ohne Gwinn: Wo die DFB-Kapitänin fehlt, wer jetzt gefordert ist

Neuer Teamgeist, neue Chefin: Bundestrainer Christian Wück (5.v.r.) verlässt sich auf Kapitänin Janina Minge (Nr. 6) als Ersatz für Giulia Gwinn.

Emotional waren die Worte, die Giulia Gwinn wählte, um ihre Enttäuschung auszudrücken. „Kapitänin beim EM-Auftakt, voller Stolz, voller Glaube und Überzeugung. So viel investiert, so groß geträumt. Und dann zerfällt alles in Minuten“, schrieb sie in den sozialen Medien.

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Am vergangenen Freitag endete für die deutschen Fußballerin, die erstmals die DFB-Frauen bei einem großen Turnier anführte, die Europameisterschaft. Kurz vor der Halbzeit musste Bundestrainer Christian Wück die Nachfolgerin von Alexandra Popp auswechseln, das 2:0 gegen Polen verfolgte Gwinn danach als Zuschauerin.

Nur noch Gast beim Training: Giulia Gwinn.

Innenbandverletzung, zumindest kein neuerlicher Kreuzbandriss - es wäre der dritte ihrer Karriere gewesen - lautete die Diagnose. Mehrere Wochen fällt die Doublesiegerin vom FC Bayern aus. Am Sonntag schaute sie auf Krücken beim Training in Zürich zu. Dann ging es nach München, zur Unterstützung ist die Rückkehr in die Schweiz zum dritten Gruppenspiel gegen Schweden (12. Juli) vorgesehen.

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DFB-Frauen wissen um Gwinns Unterstützung

„Nicht aus der Welt“ sei Gwinn, betonte DFB-Sportdirektorin Nia Künzer (45). Der Unterstützung der verletzten 26-Jährigen könne das Team sich sicher sein. Das weiß auch Mittelfeldspielerin Linda Dallmann (30). „Sie wird wiederkommen und uns weiter pushen“, sagte die Bayern-Kollegin der zunächst abgereisten Gwinn. „Sie gehört immer noch dazu, sei es daheim oder im Stadion auf der Tribüne, und wird uns noch ganz viel mit auf den Weg geben“, meinte Linksverteidigerin Sarai Linder. Wücks enge Verbindung zu Gwinn, die sich zuletzt aufgebaut hat, wird dabei dennoch fehlen.

Von der Vizekapitänin steigt, wie nach Gwinns Auswechslung gegen Polen, die zentrale Abwehrspielerin Janina Minge (26) auf. Linder: „Es ist nicht das erste Mal, in den U-Mannschaften“, den deutschen Nachwuchsteams, „war sie öfter Kapitänin“. Die 25-Jährige kennt ihre Teamkollegin vom VfL Wolfsburg bestens. Beide kamen vor einem Jahr dorthin: sie aus Hoffenheim, Minge aus Freiburg. Die neue Anführerin sei „eine sehr, sehr ruhige“ Spielerin, „wenn aber was ist, steht sie vor dem Team, kommuniziert mit dem Trainerteam“, sagte Linder.

Sie gehört immer noch dazu, sei es daheim oder im Stadion auf der Tribüne, und wird uns noch ganz viel mit auf den Weg geben

Sarai Linder über Giulia Gwinn

Als eine, die „über die Grenzen hinausgeht“, können sich die deutschen Fußballerinnen im weiteren Verlauf der EM verlassen, so Dallmann über Minge. Sie stelle sich in den Dienst der Mannschaft, was man allein daran sehe, dass die Süddeutsche in Wolfsburg zwischen Mittelfeld und Abwehrzentrale rotiert. Auch Wück kann im DFB-Team, obwohl sich Minge selbst lieber in einer offensiveren Rolle sieht, auf die Vorzüge der VfL-Spielerin in der Innenverteidigung setzen.

Minge rotiert beim VfL

Im Klub wird Minge nach den Verpflichtungen von Nationalteamkollegin Sophia Kleinherne (Eintracht Frankfurt) und Guro Bergsvand aus England von Brighton & Hove Albion kommende Saison mit der Rolle auf der Sechs planen dürfen. Ihre Erfahrungen als Chefin auf dem Platz für Deutschland könnten dabei nebst des Sportlichen einen positiven Effekt für den VfL haben.

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Die Position auf dem Rasen - rechts in der Viererkette - übernimmt mit Carlotta Wamser eine Senkrechtstarterin, die in der Nations League vor etwas mehr als einem Monat mit Einwechslungen gegen die Niederlande (zehn Minuten beim 4:0) und in Österreich (zweite Halbzeit beim 6:0) erst debütierte. Die 21-Jährige kam nach Gwinns Ausfall gegen Polen ohne Vorbereitung auf den Platz, legte das 1:0 durch Jule Brand auf und leitete auch das 2:0 mit ein.

Auf ihren EM-Einsatz hat sich die Rechtsverteidigerin vor der Nominierung kaum vorbereitet. Sie befand sich im Urlaub, war vom Anruf Wücks überrascht, der nur ihre Mutter erreichte. Nun steht sie im Fokus. Selbst beschreibt sich die Verteidigerin als „sehr willensstark“. Wamser werde „unheimlich wertvoll“ für das deutsche Spiel, prognostizierte Bundestrainer Wück. Das kann sie jetzt für den Rest des Turniers zeigen, beginnend mit dem zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark an diesem Dienstag (18 Uhr, ARD) in Basel.

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