Mintzlaff nach Eberl-Aus: „War nicht zu retten“ - Kein Kontakt zu Bayern
Die Freistellung von Max Eberl bei RB Leipzig war offenbar das Ende von seit langer Zeit schwelenden Konflikten zwischen dem Klub und dem am Freitagnachmittag geschassten Sport-Geschäftsführer. Für RB-Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff war der Schlussstrich unter die Zusammenarbeit daher die einzig denkbare Konsequenz. „Nein, es war nicht zu retten“, sagte der 48-Jährige vor dem Anpfiff des Bundesliga-Topspiels zwischen den Sachsen und dem FC Bayern am Samstagabend am Sky-Mikrofon: „Deswegen haben wir auch so konsequent gehandelt und uns gemeinsam entschieden, zu sagen: So geht es nicht weiter.“
Mintzlaff erläuterte den Schritt weiter: „Es fehlte das Commitment für den Klub, die Stadt und für uns und damit auch die Überzeugung dafür, mit uns einen langfristigen Weg weiterzugehen.“ Nach nur neun Monaten hatte der DFB-Pokalsieger das Aus des Managers verkündet - ähnlich lange hatte man vorher um dessen Dienste geworben. Eberl hatte Borussia Mönchengladbach Anfang 2022 wegen persönlicher Erschöpfung und auf eigenen Wunsch verlassen. Wenige Wochen später hatte es erstmals Spekulationen um ein Engagement des Funktionärs in Leipzig gegeben, Anfang Dezember 2022 übernahm Eberl schließlich den Geschäftsführer-Posten bei RB.
Wirklich beim Klub angekommen wirkte der Manager jedoch nie. Zumal er immer wieder mit seinem Heimatverein FC Bayern in Verbindung gebracht wurde und diese Gerüchte allenfalls wachsweich dementierte. Vorgänge, aufgrund derer sich die Leipziger nun offenbar zum Handeln gezwungen sahen. „Es ist ein Prozess, der schon ein bisschen früher begann. Schon im April, Mai als Gerüchte aufkamen. Natürlich hätte man sich gewünscht, dass da mehr Überzeugung ist“, sagte Mintzlaff, dessen Klub 2,5 Millionen Euro an Gladbach überwies, um Eberl aus dessen ruhendem Vertrag herauszukaufen.
Natürlich ist es enttäuschend, dass man gemeinsam zu so einer Fehleinschätzung gekommen ist.
RB-Aufsichtsratsboss Oliver Mintzlaff über das Aus von Max Eberl
Er habe persönlich damals „sehr, sehr hart“ um Eberls Dienste gekämpft, meinte Mintzlaff: „Wir haben damals gesagt, dass wir eine absolute Wunschlösung zu uns holen wollen. Da war die Überzeugung enorm groß, dass Max zu uns passt und hier bei uns durchstartet. Natürlich ist es enttäuschend, dass man gemeinsam zu so einer Fehleinschätzung gekommen ist.“ Die Freistellung sei nun eine „harte“ Entscheidung gewesen: „Zumal wir gesehen haben, dass Max mit seinem Team tolle Arbeit hingelegt hat. Umso trauriger ist das natürlich.“
Weg für Eberl zum FC Bayern frei?
Für Eberl, der bei RB weiterhin einen langfristigen Vertrag hat, wäre der Weg zu den Bayern nun theoretisch frei - zumindest dann, wenn sich beide Verein auf einen Deal verständigen. Aus München blieb ein Kommentar zu der Personalie bislang aus. Der Manager soll beim deutschen Rekordmeister aber der Favorit auf den seit dem Abgang von Hasan Salihamidzic vakanten Vorstandsposten sein. Ein Austausch zwischen den Bayern und Leipzig fand nach Angaben von Mintzlaff bislang allerdings nicht statt: „Nein, es gab keinen Kontakt.“