BVB-Coach mit Klartext zu Brunner-Wechsel: „Wir können niemandem etwas schenken“
BVB-Trainer Nuri Sahin ist bei der Spieltagspressekonferenz vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ungewohnt deutlich geworden. Auf die Frage, ob es Talente - auch mit Blick auf den kürzlich zur AS Monaco gewechselten U17-Welt- und Europameister Paris Brunner - derzeit schwer haben, sich beim BVB durchzusetzen, antwortete der 35-Jährige: „Jetzt muss ich aufpassen...“, sagte Sahin und holte kurz Luft, ehe er nachlegte: „Wir können niemandem etwas schenken. Dafür ist dieser Verein viel zu groß. Ich habe Paris von Trainerseite aus eine Perspektive aufgezeigt und ich weiß, dass der Verein ihm ein sehr gutes Angebot gemacht hat und ihm eine Perspektive aufgezeigt hat.“
Dennoch hat Brunner dem BVB den Rücken gekehrt und ist für vier Millionen Euro zur AS Monaco gewechselt, von der er zunächst ein Jahr an den belgischen Erstligisten Cercle Brügge ausgeliehen wurde. In einem Interview mit der Sport Bild hatte Brunner kürzlich erklärt, den Transfer als wesentlichen Schritt für seine weitere sportliche Entwicklung zu sehen. „Monaco hat mir einen klaren, sportlichen Weg aufgezeigt, wie sie mit mir planen und mich entwickeln wollen. Diese Wertschätzung und Klarheit haben mich sofort überzeugt und beeindruckt.“ Und weiter: „Der Plan des BVB ging über die U19-Youth-League und die U23 sowie punktuelles Profitraining.“ Wohl zu wenig für Brunner.
BVB wird noch Spieler abgeben
Sahin verglich auf der Pressekonferenz die Personalie Brunner danach vielsagend mit Kjell Wätjen, ebenfalls ein 18 Jahre altes Talent in Reihen des BVB. „Ich arbeite sehr gern mit Kjell Wätjen, weil ich weiß, dass er die Geduld mitbringt.“ Geduld hatte Brunner laut Sahin somit wohl nicht. Der Trainer betonte, dass Wätjen für den Verein „ein sehr, sehr wichtiger Spieler“ werden wird. „Paris hätte es auch werden können, aber hat sich dafür entschieden, den Schritt ins Ausland zu gehen.“ Dem Offensivspieler wünsche der BVB-Coach „alles, alles Gute“. Aber: „Was erwartet man von mir? Dass ich jemanden sage, damit du verlängerst, spielst du in der ersten Elf. So läuft die Geschichte nicht.“
Zum einem möglichen Wechsel vom 19 Jahre alten Youssoufa Moukoko gibt es derweil keinen neuen Stand. Sahin betonte: „Ich habe Mouki gesagt, wie die Perspektive ist. Dass es nicht einfach wird für ihn, Minuten zu bekommen. Er möchte spielen und damit ist die Sache auch geklärt.“ Zu möglichen Angeboten anderer Vereine äußerte sich der BVB-Coach nicht, erklärte aber auch, dass er damit rechnet, dass der BVB noch Spieler abgeben wird.