Um Rückstand bei Elektroautos aufzuholen: VW holt sich Hilfe in China
Mit neuen Partnern will VW seinen Rückstand auf dem chinesischen Markt aufholen. Mehrere neue Elektromodelle der Marken VW und Audi sollten zusammen mit dem privaten Hersteller Xpeng und der staatlichen Saic entwickelt werden, kündigte der zuständige Vorstand Ralf Brandstätter am Mittwoch an. Wegen seiner Lücken im Angebot ist VW in China ins Hintertreffen geraten. Die lokalen Partner können helfen, die passenden Autos schneller auf die Straße zu bringen.
Lange Zeit wäre eine solche Lösung undenkbar gewesen. Lokale Unternehmen sind zwar auf Geheiß der Regierung an den Produktions- und Vertriebsgesellschaften der Autokonzerne in China beteiligt, in der Technik blieben sie aber immer Juniorpartner. Das hat sich mit der Verbreitung der E-Autos und vor allem ihrer digitalen Vernetzung gründlich geändert: Chinesische Marken sind auf diesen Feldern auch technologisch vorn.
Der lokale Hersteller BYD verkauft inzwischen mehr Autos als VW, und die Wolfsburger haben ihre Ambitionen heruntergeschraubt: Nach Jahrzehnten unangefochtener Marktführerschaft wollen sie künftig wenigstens noch der größte ausländische Anbieter in China sein.
„In China für China“
Bei VW erwartet man 2025 den „Kipppunkt“ in China: Dann werden die Neuwagen mit alternativen Antrieben in der Mehrheit sein, zu denen dort auch Plug-in-Hybride zählen. Viel wichtiger ist allerdings, dass diese Autos aus lokaler Produktion voll vernetzt sind – Intelligent Connected Vehicles (ICV).
In China erwarten die Kunden viel mehr digitale Funktionen als in Europa. Dafür fehlte VW lange das Gespür, und dann legten die Softwareentwickler bei der neuen Konzerntochter Cariad einen Fehlstart hin. Brandstätter, der seit einem Jahr im Amt ist, hat deshalb die Devise „in China für China“ ausgegeben und baut die lokale Entwicklung kräftig aus. Das bedeutet auch, dass die neuen Modelle nicht in Europa zu kaufen sein werden. „Wir orientieren uns an den spezifischen Wünschen der chinesischen Kunden“, sagte Brandstätter. „Gleichzeitig wollen wir die Kosten in Entwicklung und Beschaffung weiter optimieren.“
In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.
Zur vollständigen AnsichtVW will mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten
Die erste Gemeinschaftsentwicklung mit Xpeng, einem noch relativ kleinen Hersteller, soll 2026 unter der Marke VW in China in den Handel kommen, ein weiteres Modell ist fest geplant. Intern ist von einem elektrischen Mittelklasse-SUV die Rede. Die Chinesen werden sich vor allem um Software und Vernetzung kümmern, VW ist in erster Linie für Qualität, Einkauf und Batterien zuständig. Produziert wird das Auto wahrscheinlich im VW-Werk Anhui, das gerade im Bau ist.
Offensichtlich geht es bei dem Bündnis mit Xpeng aber um mehr als schnelle Nothilfe. VW investiert rund 700 Millionen Dollar in das Unternehmen und wird nach der Kapitalerhöhung einen Anteil von knapp 5 Prozent besitzen. Über die Entwicklung weiterer Elektroplattformen wird bereits gesprochen. Gleichzeitig betont der Konzern jedoch, dass die eigene MEB-Plattform weiterentwickelt und auch in China noch für neue Modelle genutzt werde.
Brennender Autofrachter mit E-Autos: Wenn die Akkus Feuer fangen, sind sie kaum zu löschen
Der Brand auf einem Autofrachter vor Ameland könnte zu einer Umweltkatastrophe führen. Vor allem die Akkus in den elektrischen Fahrzeugen machen das Löschen offenbar fast unmöglich. Experten zeigen sich nicht überrascht – und fordern Konsequenzen.
Ähnliche Werte bei Xiaopeng und VW
Intern loben VW-Manager das Einvernehmen mit Unternehmenschef und ‑gründer He Xiaopeng, von „ähnlichen Werten“ ist die Rede. Der Unternehmer lässt sich selbst so zitieren: „Wir freuen uns über die Möglichkeit, unser Know-how in die strategische Partnerschaft mit einzubringen und dadurch auch Mehrwert für Xpeng und unsere Aktionäre zu schaffen.“
Bei Audis Partner kommt eine Beteiligung dagegen nicht infrage, Saic ist ein Staatskonzern. Im Übrigen ist der Plan, für den eine Absichtserklärung geschlossen wurde, ähnlich wie bei der Schwestermarke VW: „Wir nutzen die Stärken beider Seiten, um die Nachfrage chinesischer Kunden nach vollvernetzten Elektrofahrzeugen im Premiumsegment zu bedienen“, wird Saic-Chefingenieur Zu Sijie in der Mitteilung zitiert.