Zahlen im Vergleich

Darum sind die Jobs so beliebt: Wer verdient wie viel bei VW?

Golfproduktion bei Volkswagen in Wolfsburg.

Hannover. Nach Angaben des VW-Betriebsrates will das Management nicht nur bis zu drei Werke in Deutschland schließen – auch die Löhne bei Volkswagen sollen angeblich pauschal um 10 Prozent gekürzt werden. Aktuell lägen die Fabrikkosten an den deutschen Standorten um 25 bis 50 Prozent über dem, „was wir uns vorgenommen haben“, sagt VW-Marken-Chef Thomas Schäfer. Damit seien einzelne Werke hierzulande doppelt so teuer wie der Wettbewerb. Doch wie viel Geld verdienen die Beschäftigten eigentlich?

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Welche Tarifverträge gelten bei Volkswagen?

In den niedersächsischen VW-Werken in Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg sowie bei den Tochter­gesellschaften Financial Services, Immobilien und und dx.one gilt der sogenannte Haustarif – insgesamt fallen darunter insgesamt rund 125.000 Menschen. Für das Werk in Osnabrück, das erst nach der Pleite des Autobauers Karmann zum Konzern kam, gilt der nicht ganz so gut dotierte Flächen­tarifvertrag der Metall- und Elektro­industrie. Die ostdeutschen Standorte werden allmählich an den Haustarif angeglichen.

Wie sieht der Haustarifvertrag aus?

Insgesamt sind hier 22 Entgeltstufen aufgeführt – die Eingruppierung erfolgt inzwischen aber nur noch bis zur Stufe 20. Die Stufen 21 und 22 werden nicht mehr vergeben, sie genießen jedoch Bestands­schutz. Die beiden höchsten Stufen wurden durch den „Tarif Plus“ ersetzt: Er gilt für Spezialisten und Führungskräfte wie Unterabteilungsleister oder Werksärzte. Die Tariftabelle beginnt bei Stufe 1 mit gut 2400 Euro brutto im Monat und reicht bis Stufe 20 mit 7708,62 Euro. Im „Tarif Plus“ bewegen sich die Bruttogehälter zwischen 8500 und 9500 Euro im Monat.

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Was verdienen „normale“ Beschäftigte im Haustarif?

Nach Angaben des Betriebsrates sind die meisten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Produktion in die Stufen 7 bis 9 eingruppiert – damit verdienen sie aktuell zwischen 3913,81 Euro und 4303,94 Euro brutto im Monat. Beschäftigte im Bereich der Werksicherheit finden sich in der Stufe 5 wieder und bekommen 3529,65 Euro brutto. Wer sich weiterqualifiziert, verdient mehr: Nach der Meisterprüfung gilt in der Regel die Stufe 13 mit 5302,63 Euro, und nach spätestens zwei Jahren wird die Stufe 15 mit 5951,40 Euro brutto im Monat erreicht.

Demonstration in Wolfsburg: Betriebsratschefin Daniela Cavallo warnt vor einem Kahlschlag.

Wo liegen VW-Beschäftigte im Vergleich zu anderen Branchen?

Ziemlich weit oben – wie ein Blick auf den „Lohnspiegel“ des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung zeigt: So verdienen Fachkräfte in der Altenpflege mit zehn Jahren Berufs­erfahrung durchschnittlich 3230 Euro brutto im Monat, bei Anlage­mechanikern sind es 3270 Euro, bei Erzieherinnen 3480 Euro, bei Bankkaufleuten 4310 Euro und bei Controllern 5430 Euro.

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Wie viel bekommen Auszubildende und junge Akademiker bei VW?

Auszubildende verdienen im ersten Ausbildungsjahr 1187 Euro brutto monatlich, im vierten Jahr sind es 1437 Euro. Dual Studierende bekommen 1261,50 Euro. Zum Vergleich: Im Flächen­tarifvertrag für Niedersachsen bekommen Azubis zwischen 1086 (erstes Jahr) und 1324 Euro (viertes Jahr). Wer einen Bachelor-Abschluss vorweisen kann, steigt bei VW auf Stufe 13 mit 5302,63 Euro brutto ein, Master-Absolventen beginnen auf Stufe 14 mit 5626,47 Euro.

Was bietet der Haustarif an zusätzlichen Leistungen?

Zuzüglich zum Gehalt bekommen die Beschäftigten seit 2021 eine sogenannte „leistungsorientierte Vergütung“ von 1800 Euro im Jahr. Darüber hinaus zahlt Volkswagen einen jährlichen Tarifbonus – die sogenannte Ergebnis­beteiligung ergibt sich aus dem Gewinn der Marken VW Pkw und VW Nutzfahrzeuge. Dieser Bonus ersetzt frühere Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. In diesem Jahr liegt der Bonus bei 4735 Euro. Zudem gab es noch die sogenannte „Tarifliche Zusatzvergütung“ – eine jährliche Extrazahlung von 27,5 Prozent des durchschnittlichen Monatsgehalts. Ab 2025 müssen die Beschäftigten diese jedoch in zusätzliche freie Tage umwandeln – bei einer Vollzeitstelle sind das sechs Tage Zusatzurlaub.

Das Management fordert Kostensenkungen: VW-Chef Oliver Blume.

Wie lange müssen die Beschäftigten für ihr Geld arbeiten?

In der Regel gilt bei Volkswagen bei einer Vollzeitstelle die 35-Stunden-Woche. Aber es gibt Ausnahmen: Wer seinen Arbeitsvertrag vor 2005 unterschrieben hat, muss – in der Produktion – nur 33 Stunden arbeiten, bei einem Job in der Verwaltung sind es 34 Stunden. Im Bereich „Tarif Plus“ gilt eine 40-Stunden-Woche. Im Bereich des Haustarifvertrages haben die Beschäftigten zusätzlich zu 30 Urlaubstagen auch Heiligabend und Silvester frei, wenn diese Tage auf Werktage fallen.

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Wie sieht es mit der betrieblichen Altersvorsorge aus?

VW bietet eine sogenannte Grundversorgung für die Altersvorsorge an, die mit künftigen Tariferhöhungen mitwächst. Dabei handelt es sich um einen fixen Betrag, den das Unternehmen je nach Entgeltstufe leistet. Zudem gibt es für jeden Beschäftigten gut 100 Euro monatlich für die betriebliche Altersvorsorge.

Dieser Text erschien zuerst bei der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“

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